Zukunftslobby.de

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(frei nach Jupp Wolter (+1993))

Die Website Zukunftslobby.de ist das Publikationsorgan des Vereins Zukunftslobby e.V.

Zukunftslobby setzt sich argumentativ für die Interessen der nachfolgenden Generationen ein.
Schwerpunkt ist die weitgehend ökonomische Analyse des gegenwärtig herrschenden Wirtschaftssystems und sein
er zerstörerischen Dynamik.
Diesem System wird ein neuer, überparteilicher, umfassend nachhaltiger Entwurf einer zukunftsfähigen Ökonomie entgegen gehalten, die Hypothese der Kategorischen Marktwirtschaft.

So, wie in der Karikatur links, stellt sich die Situation der gegenwärtigen Weltgesellschaft dar. Wir in Deutschland sind lediglich ein Teil dieses fatalen Schauspiels.
Alle machen mit beim Zersägen, Zerhacken und Verbrennen des Floßes unter unseren Füßen, des Fundaments der Menschheit, welches uns immer weniger davor bewahren kann, unterzugehen
.

 


Lesen Sie unser Essay.
"2010 - Wir müssen jetzt handeln!"
- Der ganz normale ökonomische Wahnsinn, oder: Wie wir uns selbst und unsere Kinder betrügen. Als PDF Hier

Zukunftslobby will eine umfangreiche Studie zur Ermittlung der kompletten Summe aller in Deutschland externalisierten Schadkosten bei mehreren wissenschaftlichen Institutionen in Auftrag geben.
Nach Hochrechnung entsprechender früherer Studien sind dies mindestens 400 Milliarden Euro jährlich.
Unsere Konsumgesellschaft sollte wissen, wie hoch der Preis für ihren zweifelhaften, sogenannten "Wohlstand" ist.

Zukunftslobby will, auch mit dem Ergebnis der Studie, eine umfangreiche Verfassungsklage gegen die herrschende ökonomische Ideologie und ihre fatalen Auswirkungen formulieren.
Ob diese angenommen wird oder nicht, ob die ökonomische Ordnung als verfassungswidrig erkannt wird oder nicht, zumindest hätten wir, die jetzt lebende Generation die Möglichkeit, den alltäglichen ökonomischen Irrtum öffentlich anzuklagen. Mehr dazu auch Hier

Bei der Bundestagswahl im Herbst 2009 ist die Wahlbeteiligung auf nur noch 70,8 % gesunken.
Die schwarz-gelbe Bundesregierung wurde damit von nur 34,2 % der deutschen Wahlberechtigten gewählt!!!
Unser Demokratieverständnis toleriert diese Minderheitsregierung, indem die Nichtwähler unter den Tisch fallen. Dabei ist das wachsende Desinteresse an Politik allein das Verdienst der wählbaren politischen Parteien. Tun müssen diese dagegen nichts, denn ihre Regierungs-berechtigung wäre auch gesichert, wenn die Wahlbeteiligung auf unter 25 %, ja gar gegen Null, schrumpfen sollte.
(Mehr zur Diskrepanz aus veröffentlichten und tatsächlichen Wahlergebnissen: Hier)

Hier finden Sie noch die Kommentare zum aktuellen gesellschaftspolitischen Geschehen, Verweise auf ausgewählte, kritische Fremdbeiträge oder auch Details aus einem auf das Prinzip Footprint-One orientierten Lebensalltag, die bis Ende 2008 hier als tägliche Blogbeiträge erschienen waren. Auch diese verdeutlichen, mehr in Einzelbetrachtungen, unsere Hauptanliegen:
Es geht kein Weg an einer wahrlich Kopernikanischen Wende in der Ökonomie vorbei, um dem kommenden "Zeitalter der Krisen" noch zu entgehen.
Die Schwierigkeiten, resultierend aus ökologischen, sozialen, finanziellen und politischen Schadkosten, die das herrschende Wirtschaftssystem in zunehmendem Ausmaß eifrig externalisiert, werden den Alltag in der Zukunft empfindlich komplizierter und kostspieliger machen bis hin zur weitgehenden Lähmung elementarer Bereiche.
Deshalb: Kategorische Marktwirtschaft - jetzt!

Sie können Zukunftslobby unterstützen, indem Sie spenden, Fördermitglied im Verein oder selbst aktiv werden. Wünschenswert wäre eine intensive und tägliche Aktualisierung unserer Website, was derzeit aus Zeit- und Autorenmangel nicht leistbar ist. Anders als jede andere Lobbygruppe vertritt Zukunftslobby Menschen, die noch sehr jung oder meist noch nicht geboren sind. Wer hilft mit, deren Anliegen jetzt eine Stimme zu geben?
Als eventuelle Entscheidungshilfe: Unser Selbstverständnis. Oder: aktuellen Flyer lesen.


Februar 2012:

Angela Merkels Chinareise hat deutlich gezeigt, wo weltpolitisch der Hammer hängt. Eigentlich wollte man dort auch Regimekritiker treffen, doch die Staatsführung im wirtschaftlich bedeutendsten Land der Welt hatte dies eben mal abgewürgt.
So mussten sich Merkels Delegation und die mitgeflogenen Vertreter der deutschen Wirtschaft auf die anderen Gründe für die Reise beschränken, die da waren: Wirtschaftliche Gespräche und Verhandlungen und Beteiligung Chinas am europäischen "Rettungsschirm".
Mit anderen Worten: Gemeinsames Ausloten neuer Profitmöglichkeiten und Anpumpen des chinesischen Staates ("haste mal ne Milliarde?"), weil der im Gegensatz zu Europa noch etwas Patte hat.

China ist sich durchaus bewusst, dass seine Devisenreserven als Geld keinen längeren Bestand haben. Entweder investieren sie in die Schuldenvereinigung Europa auf die Gefahr hin, das Geld im Fass ohne Boden versickern zu sehen, oder sie investieren nicht und das Geld verrottet beim wahrscheinlichen Bankrott des Westens im Geldschrank zu Hause.
China wählt da lieber die dritte Möglichkeit: Man kauft weltweit alles auf, was zu haben ist und sicher bzw. irgendwie mal von Nutzen sein könnte. Ackerland, Wald, Berge, Sägewerke, Landwirtschaftliche Betriebe, Industrieanlagen, Immobilien, Schürfrechte und Liefergarantien, Wasservorkommen, Rebellengruppen und ganze Regierungen.

Chinas Aufschwung stützt sich auf zwei Hauptfaktoren, einmal auf eine schier unerschöpflichen Zahl billigster Arbeitskräfte und zum anderen auf der Abwesenheit "lästiger" Regulierungen demokratischer, sozialer und ökologischer Art. Auf clevere Weise ist dieses kommunistische Land, - mit so einem macht der Westen doch eigentlich gar nicht gerne Geschäfte -, über den Status als Werkbank der Welt zum reichsten Land geworden.
Man verausgabt sich nicht in teuren Kriegen, wie die Profilneurotiker in den USA, sondern man stützt sich auf Vitamin B und wirtschaftliches Sponsoring. Die in Afrika gebauten Straßen und das neue Kongresszentrum für die afrikanische Union beispielsweise heben nicht nur das Ansehen Chinas unter den weniger mächtigen Völker der Welt, sondern spülen über kalkulierbare Umwege dauerhaft Ressourcen und Versorgungsgüter in die chinesische Gesellschaft.

China muss eigentlich nur abwarten, denn Europa und die USA erledigen sich selbst mit ihrer Ignoranz und Blindheit gegenüber längerfristigen Entwicklungen, also mit ihrem Festhalten an der kapitalistischen Planwirtschaft. Wenn China demnächst auch militärisch am stärksten ist, den Weltraum beherrscht wie die Länder der dritten Welt, die wichtigsten Patente und die irdischen Bodenschätze, dann könnte auch Angela Merkel ins Grübeln kommen.
Herausreden wird sie sich mit der Frage: Ja was hätten wir denn machen sollen, die Wirtschaftspolitik und die Rettungsorgien waren doch "alternativlos".

Letztlich aber wird auch China am Boden liegen, denn die ökologischen und sozialen Schadkosten, welche dort jede Sekunde zu Gunsten eines Turbowachstums externalisiert werden, holen das Land in naher Zukunft ein. Ihr Wirtschaftssystem ist das gleiche, wie jenes des Westens, nur noch in jeder Hinsicht eine Spur ätzender. Vielleicht will China ja das sinkende Heimatschiff dann aufgeben und mittels einer neuen Völkerwanderung ungeahnten Ausmaßes fremde Länder zur neuen Bleibe machen wie jetzt gerade im Tibet oder bei den Uiguren.

Wenn schon der Westen kaum von der Notwendigkeit einer allumfassend nachhaltigen Wirtschaftsform wie der Kategorischen Marktwirtschaft überzeugt werden kann, wie kann man da die Chinesen überzeugen, die sämtlichen Erfolg mit verbrauchenden, vergiftenden und zerstörenden Aktivitäten erzielen?

Wir sollten das Konzept von der Kategorischen Marktwirtschaft weniger als ein Mittel zur Weltrettung betrachten, sondern als überideologische und weltfreundliche Alternative wirtschaftlichen Handelns.
Vielleicht wird aus der Theorie ja doch noch eine Praxis, man weiß ja nie, was morgen an ungewöhnlichen Erschütterungen unserer industriezeitalterlichen Bräsigkeit passieren kann.
Halten wir die Sache am Köcheln und würzen sie weiter.

Januar 2012:

Es geht mir ebenso, wie vielen anderen Beobachtern:
Man kann es kaum fassen, wie bleiern die Entwicklung hin zu besseren Zuständen ökologischer, finanzieller, sozialer und globalpolitischer Art vor unseren Füßen auf dem Boden liegt und nicht in die Gänge kommt.
Dabei mangelt es eigentlich nicht an Hinweisen und Statements unabhängiger Köpfe mit wachem Bewusstsein in der Öffentlichkeit.
Wenn diese auch nicht in den Banalmedien zu finden sind, so bringen doch seriöse Zeitungen von FAZ bis TAZ immer wieder außerkonventionelle Beiträge bzw. Berichte über solche Beiträge von besorgten Zeitgenossen mit wesentlich mehr Überblick gegenüber dem politischen Treiben und seinen zukünftigen Auswirkungen.

Um dann, -nun ja, dies bleibt das Drama-, eher links wie eher rechts, wieder in altbekannten strukturkonservativen Rezeptismus und wachstumsideologische Realitätsverbiegung zu verfallen.
Da wird sämtlicher Käse eines jeden Politikers zu allen möglichen Themen wiedergekäut, als bestünde naturwissenschaftliche Gewissheit, und als seien Alternativen undenkbar und nur mit spitzen Fingern in Handschuhen aufgreifbar.
Wie sollen wir denn in ein besseres Management unserer Industriegesellschaft kommen, wenn die alten Kardinalfehler nicht endlich mal in den Medien als solche bezeichnet und politische Dummschwätzer und andere Bullshitter nicht konsequent als solche behandelt werden?

Nachfolgend will ich als Januarbeitrag einen Text von mir zum Thema Wachstum anbieten, den im letzten November der SaarHunsrückSpiegel veröffentlichte.

Über Wirtschaftswachstum

Es vergeht wohl kaum ein Tag, an welchem Politiker nicht alle möglichen politischen Entscheidungen mit der Behauptung begründen, damit könne das Wirtschaftswachstum gesteigert werden. Der dickste Hammer kursiert derzeit bezüglich der Finanzkrise in Europa. Mit Wirtschaftswachstum, so erzählen Politiker unentwegt, könne die Gesellschaft aus diesem Schuldenschlamassel wieder heraus kommen. Und nur mit neuen Schulden bzw. Krediten ließe sich die Wirtschaft wieder ankurbeln. Auch käme mit hartem Sparkurs etwa Griechenlands Wirtschaft wieder auf die Beine, und man könne so dann irgendwann einmal die Hunderte von geliehenen Milliarden zurückzahlen. Um das Wachstum nicht zu gefährden, müssten für die armen Banken, die sich wieder verzockt haben, vor dem ersten Staatsbankrott noch schnell neue Schutzwälle aus Steuermilliarden her.
Ohne wirtschaftliches Wachstum, so erzählt man dem Volk außerdem, seien Wohlstand und Fortschritt in Gefahr, würden Arbeitsplätze verschwinden, wäre Umweltschutz nicht zu finanzieren, verarme die Bildung, hätten Drittweltländer keine Entwicklungschance, usw. Nur durch Wachstum mache die Wirtschaft mehr Gewinne und könne in neue Arbeitsplätze, wettbewerbsfähigere Anlagen und in die Entwicklung neuer Produkte investieren. Nur durch Wachstum könnten die Menschen mehr verdienen und mehr konsumieren, könnten die Staatseinnahmen steigen und gleichzeitig die krisenbedingten Ausgaben sinken, wie Arbeitslosengelder, Rentenzuschüsse und andere soziale Rettungssubventionen. Am Ende soll wohl dann das Paradies kommen aus einer sich selbst ständig befruchtenden Heilsspirale.
So weit die Ideologie, oder sagen wir, die Träumereien sämtlicher Anhänger des geltenden Wirtschaftssystems. In Wahrheit hat das Dogma vom Wirtschaftswachstum mindestens zwei entscheidende Haken:
Erstens werden die spürbaren Wachstumsphasen seit gut drei Jahrzehnten ständig kürzer und die Prozentpunkte mickriger. Die finanziellen Erträge in diesen Phasen sind angesichts der steil wachsenden Probleme auf allen gesellschaftlichen Ebenen winzig, ja wahrhaft Tropfen auf heiße Steine. Beispielsweise kann im Haushaltsjahr 2011 damit nur ein Bruchteil der trotz Aufschwungs notwendigen NEUverschuldung erübrigt werden.
Und zweitens: Alle Prozesse, die zu Wirtschaftswachstum führen, haben gewaltige Nebenwirkungen. Kein Gesetz zwingt die wirtschaftlich Handelnden, diese Nebenwirkungen in eine Gesamtrechnung einzubeziehen. Deshalb können sie ganz legal auf die Allgemeinheit abgewälzt und in die Verantwortung unserer Kinder und Kindeskinder verschoben werden. Fachleute sagen: Die Nebenwirkungen werden externalisiert. Was wir heute an Krisen haben, ist nichts anderes, als die Summe oder die unübersehbar gewordenen Zuspitzungen aller Nebenwirkungen aus der Vergangenheit unseres Wirtschaftssystems. Immer größer wurde der Haufen aus externalisierten Schäden, den wir vor uns her schieben. Nur mit größter Mühe und Kosten kommen wir überhaupt noch vorwärts. Irgendwann geht schließlich gar nichts mehr.
Wenn Politiker, Lobbyisten und Bankmanager, wenn sogenannte Wirtschaftsweise, viele Zeitungskommentatoren, Gewerkschaftssprecher und auch etliche Schlauberger an Stammtischen über die Notwendigkeit von Wirtschaftswachstum reden, sollten wir uns folgende Situation vorstellen: Unsere Volkswirtschaft ist wie ein schwerkranker Patient auf der Intensivstation im Krankenhaus. Er wurde vergiftet durch jahrelange Einnahme eines schädlichen Stoffes namens Wirtschaftswachstum. Als Ärzte stehen die Vertreter der oben genannten Interessengruppen um das Bett herum und empfehlen allen Ernstes, nur durch weitere und verstärkte Einnahme desselben Giftes, könne der Patient wieder gesund werden.
- So sieht es aus, deshalb muss die gegenwärtige Industriegesellschaft zwangsläufig scheitern, sofern wir nicht endlich Abschied nehmen vom Kapitalismus, und ein Wirtschaftssystem entwickeln, bei welchem Qualität, Bewahrung, Regionalität, echte Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit die obersten Rechengrößen sind.

Carl Rheinländer


ältere Blogbeiträge: 2011, 2010, 2009, 2008

 

 

 

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