| |
| |
|
Im
Dezember 2009 aktuell:
Sagen wir
es mal so: Das Treffen der Staaten in Kopenhagen, wo
ein Fortschritt in der globalen Klimapolitik erzielt werden
sollte, ist ausgegangen, wie geplant.
--- Geplant war der Handlungsverzicht derjenigen Staaten,
die vom CO2-Ausstoß wirtschaftlich am meisten profitieren.
--- Geplant war, die schwächsten Staaten aus Afrika und
den pazifischen Inseln, denen entweder die letzten Wasserbestände
bald austrocknen und keine Nahrungsmittelproduktion mehr gelingt,
bzw. deren Land in steigenden Wassermassen versinkt, anzuhören
und zu opfern.
--- Geplant
war, eine Erwärmungsbegrenzung auf 2 Grad international
zu etablieren, unabhängig von der Tatsache, dass bei
2 Grad durchschnittlicher, globaler Temperaturerhöhung
die meisten Katastrophen nicht mehr abzuwenden sind. Die großen
Eismassen, wie in Grönland und dem Himalaja werden abschmelzen,
die Temperatur in Afrika steigt um über 3,5 Grad an,
allein infolge der Ausdehnung durch Erwärmung nimmt das
Meerwasservolumen enorm zu und steigt stellenweise bis über
einen Meter an.
--- Geplant war, die Öffentlichkeit mit verwirrenden
Zahlenspielen im Unklaren zu halten. Niemand soll merken,
dass die aufgestellten Verhandlungsziele, selbst wenn diese
hätten voll erfüllt werden können die Klimaveränderungen
nicht aufhalten.
In einem ersten Vertragsentwurf lagen den Ministern aus 192
Staaten am 12.12. in Kopenhagen folgende Zahlen vor: Bis 2050
sollen alle Länder ihre Emissionen von klimaschädlichen
Treibhausgasen um 50 bis 95 Prozent verringern. Die Industriestaaten
sollen ihre Emissionen bereits bis 2020 um 25 bis 40 Prozent
reduzieren. Allerdings sind diese Vorhaben an den 1990 erreichten
Werten gemessen, das heißt, unter die im Jahr 1990 emittierten
Kohlendioxidmengen wird es schon mal gar nicht gehen. Man
muss verstehen: die Treibhausgasemissionen sollen, wenn überhaupt,
nur relativ, nicht aber absolut gesenkt werden. Betrachtet
wird nur der jährliche Neuaustoß, und hier auch
nur der, welcher über dem Wert von 1990 liegt. Die Täuschung
hier ist vergleichbar mit der finanziellen Staatsverschuldung.
Hier ist auch immer nur die Rede von einer Senkung der Neuverschuldung,
also des Betrags, um den die Gesamtverschuldung in jedem Jahr
aufs neue steigt. Selbst wenn die Neuverschuldung auf Null
gesenkt werden kann, sind die Zinsen für die Gesamtschuldensumme
immer noch zu bezahlen.
Auch bei den Emissionszielen wird nur über die Reduktion
des jährlichen Zusatzausstoßes nachgedacht. Im
günstigsten Falle, von dem wir nach Kopenhagen weit entfernt
sind, wird der schlimmste Fall der globalen Klimaentwicklung
nur um ein paar Jahre in die Zukunft verschoben.
--- Geplant war, dass die EU-Staaten unbeschadet aus den Verhandlungen
kommen. Wenn man auf noch bösere Jungs wie China, die
USA, Indien oder Brasilien zeigen kann, ist der normal Böse
stets der Gute. Die EU-Staaten hatten gnädigerweise zugesagt,
ihren Ausstoß an Kohlendioxid bis zum Jahr 2020 um 30
Prozent, statt wie bisher um 20 Prozent, zu reduzieren, vorausgesetzt,
dass sich auch die USA und China zu größeren Schritten
verpflichten. Hier konnten sie sich auf die beiden Haupt-CO2-Emittenten
voll und ganz verlassen.
Der Plan
von Zukunftslobby demgegenüber ist, diesem Aktionismus,
der lediglich ein Verwalten des globalen Niedergangs ist und
im besten Falle einige Symptome behandelt, mit der konkreten
Vorstellung eines wirklich nachhaltigen Wirtschaftssystems
zu begegnen. Nach Kopenhagen muss die Forderung nach einer
grundsätzlichen Lösung, nicht nur des Kohlendioxidproblems,
noch entschiedener gestellt werden.
|
Zu
den Ergebnissen der letzten und den davor liegenden 10 Bundestagswahlen
Bei der Bundestagswahl
2009 hat sich ein langjähriger Trend sehr deutlich fortgesetzt,
den die hohe Politik nicht wahrhaben will: Sie verliert über
die Wahlperioden hinweg auf allen Ebenen massiv an Rückhalt
in der Bevölkerung.
Das beste Mittel, über diese Tatsache hinwegzutäuschen,
ist für die etablierten Parteien die offizielle Art der Darstellung
von Wahlergebnissen.
Wie stark unser demokratisches System sich selbst demontiert, wird
erst mittels der Berücksichtigung der jeweiligen Wahlbeteiligung
deutlich.
Wie anlässlich verschiedener Landtagswahlen in den letzten
2 Jahren bereits geschehen, veröffentlicht Zukunftslobby hier
auch bezüglich der Bundestagswahlen ein anderes Bild:
Die Prozentanteile der Parteien bezogen auf alle Wahlberechtigten
und die Veränderungen seit der Bundestagswahl 1972 (Nur Zweitstimmen).
28.September
2009:
Nach
der Wahl von gestern werden Fragen laut, ob die SPD überhaupt
noch als eine Volkspartei bezeichnet werden kann.
Wir meinen: Auch die CDU ist keine Volkspartei mehr, denn sie ist
mittlerweile in der Wählergunst auf weniger als ein Viertel
der Stimmen von allen Wahlberechtigten abgesackt.
Deutschland
hat jetzt eine Regierung, die
nur noch von gut einem Drittel der deutschen Wahlberechtigten gewählt
wurde.
Wir meinen: Dies führt den Sinn unseres ach so gelobten demokratischen
Systems ad absurdum.
Die Gruppe der
Nichtwähler hat mehr als doppelt so stark (um 6,9 %) zugelegt,
wie die
so viel beachtete
FDP.
Wir meinen: Wie stark muss die Wahlbeteiligung
noch absinken, damit die scheinbar legitimierten Minderheitsregierungen
in Deutschland als absolut nicht dem Sinne einer Demokratie entsprechend
in Frage gestellt werden?
Das Ergebnis für
die FDP ist
zwar das beste in Ihrer Nachkriegsgeschichte, es
liegt aber, bezogen
auf alle Wahlberechtigte,
nur 0,9% über ihrem Ergebnis von 1980.
1. Offizielle
Ergebnisse der letzten 10 Bundestagswahlen laut Bundeswahlleiter:
| Datum |
27.9.2009
|
18.9.2005 |
22.9.2002 |
27.9.1998 |
16.10.1994 |
2.12.1990 |
25.1.1987 |
6.3.1983 |
5.10.1980
|
3.10.1976 |
19.11.1972 |
| Wahlbeteiligung |
70,8
%
|
77,7
%
|
79,1
%
|
82,2
%
|
79,0
%
|
77,8
%
|
84,3
%
|
89,1
%
|
88,6
%
|
90,7
%
|
91,1
%
|
| |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| CDU/CSU |
33,8
|
35,2
|
38,5
|
35,1
|
41,5
|
43,8
|
44,3
|
48,8
|
44,5
|
48,6
|
44,9
|
| SPD |
23,0
|
34,2
|
38,5
|
40,9
|
36,4
|
33,5
|
37
|
38,2
|
42,9
|
42,6
|
45,8
|
| FDP |
14,6
|
9,8
|
7,4
|
6,2
|
6,9
|
11
|
9,1
|
7
|
10,6
|
7,9
|
8,4
|
| Grüne |
10,7
|
8,1
|
8,6
|
6,7
|
7,3
|
3,8/1,2
|
8,3
|
5,6
|
-
|
-
|
-
|
| Linke,
b. 2002 PDS |
11,9
|
8,7
|
4
|
5,1
|
4,4
|
2,4
|
-
|
-
|
-
|
-
|
-
|
| Sonstige |
6
|
4
|
3
|
5,9
|
3,6
|
4,2
|
1,4
|
0,5
|
2
|
0,9
|
0,9
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Ungültige
Stimmen
in % aller abgegebenen Stimmen |
1,4
|
1,6
|
1,2
|
1,3
|
1,3
|
1,1
|
0,9
|
0,9
|
0,9
|
0,9
|
0,8
|
2.
Die selben Wahlen, nur gerechnet unter Berücksichtigung der
jeweiligen Wahlbeteiligung, also Prozentpunkte von allen Wahlberechtigten:
| Datum |
27.9.2009
|
18.9.2005 |
22.9.2002 |
27.9.1998 |
16.10.1994 |
2.12.1990 |
25.1.1987 |
6.3.1983 |
5.10.1980
|
3.10.1976 |
19.11.1972 |
| Wahlbeteiligung |
70,8
|
77,7
%
|
79,1
%
|
82,2
%
|
79,0
%
|
77,8
%
|
84,3
%
|
89,1
%
|
88,6
%
|
90,7
%
|
91,1
%
|
| |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| CDU/CSU |
23,9
|
27,3
|
30,4
|
28,8
|
32,7
|
34,0
|
37,3
|
43,4
|
39,4
|
44,0
|
40,9
|
| SPD |
16,3
|
26,5
|
30,4
|
33,6
|
28,7
|
26
|
31,2
|
34
|
38
|
38,6
|
41,7
|
| FDP |
10,3
|
7,6
|
5,8
|
5,1
|
5,4
|
8,5
|
7,6
|
6,2
|
9,4
|
7,1
|
7,6
|
| Grüne |
7,5
|
6,3
|
6,8
|
5,5
|
5,7
|
(2,9/-)?
|
7
|
5
|
-
|
-
|
-
|
| Linke,
b. 2002 PDS |
8,4
|
6,7
|
3,1
|
4,2
|
3,4
|
1,8
|
-
|
-
|
-
|
-
|
-
|
| Sonstige |
|
3,1
|
2,3
|
4,8
|
2,8
|
3,2
|
1,2
|
0,4
|
1,7
|
0,8
|
0,8
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Nichtwähler |
29,2
|
22,3
|
20,9
|
17,8
|
21
|
22,2
|
15,7
|
10,9
|
11,4
|
9,3
|
8,9
|
Zu Tabelle
1:
-- Die Zahl der ungültigen Stimmen steigt langsam an. Sind
dies Leute, die zu dumm sind, um ihre Kreuzchen richtig zu setzen,
oder eher zunehmender Ausdruck stillen Protests Einiger in der Wahlkabine?
Die ungültigen Stimmen werden nicht als ein Teil der abgegebenen
Stimmen gerechnet, sondern fehlen in den zusammen 100% für
die Parteien.
(Beispiel: Zur Wahl 2005 gingen von 61870711 Wahlberechtigten
48044134, also 77,7 %, zur Wahl. Bei den Zweitstimmen waren hiervon
756146, also 1,57 %, ungültig.
Die 16631049 Stimmen für die Unionsparteien beispielsweise,
offiziell 35,2 %, wurden lediglich bezüglich der 47287988 gültigen
Stimmen errechnet. Bezogen auf die insgesamt abgegebenen Stimmen
hatte die Union nur 34,6 %.)
Zu Tabelle
2:
-- Die beiden großen deutschen Parteien Union und SPD verlieren
stetig an Zuspruch. Die Union lag bei den ersten der dargestellten
Wahlen noch bei effektiven 40 bis 45 %, während sie heute noch
mit höchstens 25 bis 30% rechnen kann. Für die SPD sieht
es, jedenfalls bis 2005 betrachtet, nicht ganz so schlecht aus.
Für sie verringert sich das Ergebnis von 35 bis 40 % in den
1970er und frühen 1980er Jahren auf ebenfalls 25 bis 30 %.
Sehr wahrscheinlich aber wird sie ihr Desaster bei der kommenden
Wahl am 27. September nachholen und ein effektives Ergebnis um die
20 % von allen Wahlberechtigten einfahren.
Sollte es nach den 27. September 2009 wieder zu einer sogenannten
großen Koalition kommen, hätten wir zum ersten Mal eine
Regierung aus den größten deutschen Parteien, die von
weniger als 50 % aller Wahlberechtigten gewollt ist.
-- Die FDP stagniert seit 10 Bundestagswahlen mit wenigen Abweichungen
zwischen 6 und 8 %, die Grünen seit 7 Wahlen zwischen 5 und
7 %.
Ergebnisse
der drei Landtagswahlen vom 30.August 2009
1. Offizielle
Ergebnisse laut Bundeswahlleiter:
|
Sachsen
|
Thüringen
|
Saarland
|
| Wahlbeteiligung
in % 2009 (2005) |
52
(60)
|
56
(54)
|
68
(56)
|
|
100
|
100
|
101,5
|
| CDU |
40,2
|
31,2
|
34,5
|
| SPD |
10,4
|
18,5
|
24,5
|
| FDP |
10,0
|
7,6
|
9,2
|
| Linke |
20,6
|
27,4
|
21,3
|
| Grüne |
6,4
|
6,2
|
5,9
|
| NPD |
5,6
|
4,3
|
1,5
|
| Andere |
6,8
(dav. Piraten 1,9)
|
4,8
|
4,6
|
2. Die selben Wahlen, nur gerechnet unter Berücksichtigung
der jeweiligen Wahlbeteiligung, also Prozentpunkte von allen Wahlberechtigten:
|
Sachsen
|
Thüringen
|
Saarland
|
| Wahlbeteiligung
in % 2009 (2005) |
52
(60)
|
56
(54)
|
68
(56)
|
|
|
|
|
| CDU |
20,9
|
17,5
|
23,4
|
| SPD |
5,4
|
10,3
|
16,6
|
| FDP |
5,2
|
4,2
|
6,2
|
| Linke |
10,7
|
15,3
|
14,5
|
| Grüne |
3,3
|
3,5
|
4,0
|
| NPD |
2,9
|
2,4
|
1,0
|
| Andere |
3,5
(Piraten 1)
|
2,7
|
3,1
|
| Nichtwähler |
48
|
46
|
32
|
Zu
den Ergebnissen der Europawahl am 7. Juni 2009
Noch deutlicher
wird der mangelhafte Zuspruch aus der Bevölkerung für
die Parteien angesichts der Europawahlen, hier dargestellt seit
der ersten Europawahl 1979.
1. Offizielle Ergebnisse der Wahlen zum Europäischen Parlament
in Deutschland laut ARD-Wahlarchiv:
Jahr
Wahlbeteiligung |
2009
43,3 %
|
2004
43 %
|
1999
45,2 %
|
1994
60,0
|
1989
62,3 %
|
1984
56,8 %
|
1979
65,7 %
|
| CDU/CSU |
37,3
|
44,5
|
48,7
|
38,3
|
37,7
|
46
|
49,2
|
| SPD |
20,8
|
21,5
|
30,7
|
32,2
|
37,3
|
37,4
|
40,8
|
| FDP |
11
|
6,1
|
3
|
4,1
|
5,6
|
4,8
|
6
|
| Grüne |
12,1
|
11,9
|
6,4
|
10,1
|
8,4
|
8,2
|
-
|
| Linke,
bis 2004 PDS |
7,5
|
6,1
|
5,8
|
4,7
|
-
|
-
|
-
|
| Sonstige |
10,7
|
9,8
|
5,4
|
10,3
|
10,8
|
3,7
|
4
|
| Besonderheiten |
|
|
|
|
davon
Rep 7,1
|
|
|
|
|
2.
Die selben Wahlen, nur gerechnet unter Berücksichtigung
der jeweiligen Wahlbeteiligung, also Prozentpunkte von allen
Wahlberechtigten:
|
Jahr
Wahlbeteiligung |
2009
43,3 %
|
2004
43 %
|
1999
45,2 %
|
1994
60,0
|
1989
62,3 %
|
1984
56,8 %
|
1979
65,7 %
|
| CDU/CSU |
16,4
|
19,1
|
22
|
23,2
|
23,5
|
26,1
|
32,3
|
| SPD |
9
|
9,24
|
13,9
|
19,3
|
23,2
|
21,24
|
26,8
|
| FDP |
4,76
|
2,6
|
1,35
|
2,46
|
3,5
|
2,7
|
3,9
|
| Grüne |
5,2
|
5,1
|
2,9
|
6
|
5,2
|
4,65
|
-
|
| Linke,
bis 2004 PDS |
3,24
|
2,6
|
2.6
|
2,8
|
-
|
-
|
-
|
| Sonstige |
4,6
|
4,2
|
2,44
|
6,2
|
6,7
|
2,1
|
2,6
|
| Besonderheiten |
|
|
|
|
davon
Rep 4,4
|
|
|
|
Erst mit dieser
objektiven Darstellung des Wahlausgangs werden für die Parteien
unangenehme Details bezüglich des EU-Parlaments deutlich:
-- Die Unionsparteien
haben nur noch etwa halb so viel Zuspruch bei der Bevölkerung,
wie bei der ersten Europawahl, ja ihr Stimmenanteil hat sich ganz
ohne Bruch über die 30 Jahre stetig verringert.
-- Die SPD hat 2009 gar nur noch ein Drittel des Zuspruchs wie bei
der Wahl 1979.
-- Die FDP hat deutlich hinzu gewonnen. Das Ergebnis von 2009 fällt
aus dem Rahmen, liegt aber gegenüber 1979 gar nicht so hoch,
wie es scheint.
-- Die Grünen stagnieren seit ihrer ersten Wahl 1984 auf ähnlichem
Niveau, mit Ausnahme des sehr niedrigen Wertes für 1999. Im
Jahr 1989 erhielten sie ebenso viele Stimmen wie 2009, 1994 lag
das objektive Ergebnis sogar darüber.
-- Die Linke erhielt 2009 kaum mehr Stimmen, als die PDS alleine
im Jahr 1994.
-- Die sonstigen Parteien stagnieren seit 30 Jahren in der Bedeutungslosigkeit.
Lediglich die rechten Parteien erzielen als kurzfristige Modeerscheinung
leichte, Gewinne, um danach aber wieder zu verschwinden.
Februar
bis Juni 2009
Die wirklichen
Gründe für diese weltweite Krise der neuen Dimension
werden von den Parlamentariern nicht verstanden, und
deshalb sind diese auch nicht fähig, wirkungsvolle Maßnahmen
dagegen zu erdenken und einzuleiten. Mit den verzweifelten und im
Grunde blinden Versuchen, sogenannte Rettungspakete zu schnüren
und sogenannte konjunkturfördernde Programme aufzulegen, verstärkt
die Politik erst recht die Faktoren, welche die Weltgesellschaft
in diese Krise hineinmanövriert haben.
Was Zukunftslobby als die wahren Gründe für die Weltwirtschaftskrise
erachtet, geht aus den Texten zur Kategorischen
Marktwirtschaft und aus den in Details erläuternden Artikeln
des letztjährigen Blogs hervor-(Inhaltsverzeichnis,
alphabetisch und nach Themen geordnet).
Unten finden sich nur noch gelegentlich Blogbeiträge. Priorität
sollten wir jetzt im Vorfeld des wahrscheinlichen Staatsbankrotts
und einer denkbaren Hyperinflation auf die Sicherung der persönlichen
Lebensbedingungen legen. Wer noch Geld auf der hohen Kante hat,
sollte es insbesondere in die energetische Sanierung der Wohnstätte,
in das Umsetzen von Bildungsperspektiven oder allgemein gesagt in
die Unabhängigmachung von äußeren, fremdbestimmten
Faktoren investieren. Dies kann in keinem Fall falsch sein,
wahrscheinlich eher elementar für die vielen mageren Jahre,
die uns bevor stehen.
Panikmache? - Nein, dies ist lediglich realistisch in die
Zukunft gedacht.
Die gegenwärtige Krise 2008/09 ist, grob gesagt,
die Folge von jahrelanger Verharmlosung enormer Anlagerisiken,
die schließlich dann doch und entgegen der unvorstellbaren
Naivität der Finanzakteure aus Banken und Politik mit voller
Wucht zurückgewirkt haben, letztlich jedoch nur die Folge der
Externalisierung eines kleinen Bereichs des unübersichtlichen
globalen Finanzgebahrens.
Nach der Betrachtungsweise der Kategorischen Marktwirtschaft
wird der wirkliche GAU im Bereich der Externalisierung finanzieller
Schadkosten für die Weltgesellschaft aber aus den Folgen
der Verschuldung aller öffentlichen Haushalte der Länder
entstehen. Dieser größte anzunehmende Fall kommt jedoch
wohl nicht plötzlich, sondern eher als eine sich über
viele Jahre dahinziehende Beschneidung aller gesellschaftlichen
Bereiche. Obwohl sehr viel dramatischer in den Auswirkungen als
die jetzige Krise, wird dies wegen des Gewöhnungseffekts als
weniger drastisch von den Betroffenen empfunden werden.
Was die Folgen der Externalisierung finanzieller Schadkosten betrifft,
so muss betont werden, dass diese als einzige, neben der Abwälzung
anderer Schadkosten, mittels einer großen, illegitimen Maßnahme
für die nachfolgenden Generationen aus der Welt geschafft werden
könnten, nämlich mittels der Erzeugung einer weltweiten
Hyperinflation. Die schlimmen Folgen dieser Gruppe von Externalisierungsfolgen
ließen sich so alle auf einmal in den Zuständigkeitsbereich
der gerade handelnden Generation bündeln. Die Wirkungen in
die Zukunft würden entscheidend verringert.
Was allerdings
die Folgen der Externalisierung ökologischer, sozialer und
politischer Schadkosten anbetrifft, so müssen diese, da
ja bereits verursacht, angenommen und von der Weltgesellschaft durchlebt
werden.
Auch diese werden sich weniger als plötzliche Ereignisse bemerkbar
machen, sondern viel mehr als eine langsame Verschlechterung, eine
in winzigen aber stetigen Schritten geschehende Reduzierung von
Möglichkeiten, geschehen.
Das Fatale dabei: Die Menschheit wird gar keine Vorstellungen
von einer nicht durch diese Faktoren belasteten Zukunft bekommen,
da sie eine solche nie erfahren durfte. Sie wird sich mit einer
Realität aus Aneinanderreihung verschiedenster elementarer
Probleme bis zur weitgehenden Lähmung großer Teile des
Alltags abmühen müssen.
Januar
2009
19.01.09
Über die
wirklichen und ungeschönten Ergebnisse der Landtagswahl in
Hessen.
Hessen hat gewählt.
Die Wahlbeteiligung ist auf 61 % abgesunken.
Wenn dies in den offiziellen Wahlergebnissen nicht berücksichtigt
wird, unterschlägt man damit eine in unserem demokratischen
System schlummernde Problematik, die den Sinn dieses System allmählich
untergräbt.
Was soll daran noch demokratisch sein, wenn eine Regierung in Wahrheit
lediglich von einem kleinen Bruchteil der Bevölkerung gewählt
wurde und wenn so defacto nur noch Minderheitsregierungen zustande
kommen?
Das stetige Absinken der Wahlbeteiligung auf allen Ebenen muss ja
einen Grund haben, und dieser Grund hat etwas mit den zur Wahl stehenden
Parteien und der Arbeit der gewählten Politikern zu tun. Wenn
sinkende Wahlbeteiligungen nicht rechnerisch in den Ergebnissen
der Wahlen berücksichtigt werden, unterschlägt man damit
einen eventuell heilsamen Rückkopplungseffekt an die Parlamentarier.
Zynisch besehen und gedanklich auf die Spitze getrieben könnte
sich so eine neuartige Taktik von gewählten Volksvertretern
ergeben:
Man macht eine derart schlechte Politik, dass immer mehr Leute sich
der Wahl verweigern. Irgendwann gelingt die Sicherung der Macht
dann ganz einfach mittels einer verschwindend kleinen Stammwählerschaft,
die in den Wahlkabinen nur noch aus sturem Lagerdenken und reflexartigem
Zugehörigkeitsgefühl an immer die gleiche Partei ohne
vernünftige Reflexion über die stattfindende Politik ihr
Kreuzchen macht.
Wollen wir dies?
Da die Medien die Wahlbeteiligung in den Wahlergebnissen wieder
nicht berücksichtigen und nur die offiziellen Zahlen und Interpretationen
wiedergeben, veröffentlicht Zukunftslobby.de hier die wahren
Wahlergebnisse dieser Landtagswahl:
(Offizielles Ergebnis:
CDU: 37,2%, - SPD: 23,7%, - FDP: 16,2%, - Grüne: 13,7%, - Linke:
5,4%)
Von der gesamten
Gruppe der wahlberechtigten Menschen in Hessen jedoch erhielten
die Parteien:
CDU: 22,7%, - SPD: 14,4%, - FDP: 9,9%, - Grüne: 8,3%, - Linke:
3,3%.
Nicht mal jeder
vierte
Wahlberechtigte hat die CDU gewählt, nur jeder zehnte
gab die Stimme der FDP. Nicht mal jeder siebte Wähler
stimmte für die SPD, jeder zwölfte für
die Grünen und jeder dreißigste für
die Linkspartei.
Die nun zustande
kommende schwarz-gelbe Regierung ist von 32,6% der WählerInnen
gewollt, nicht mal ein Drittel der Wahlberechtigten.
Dies ist alles andere als eine demokratisch akzeptable Mehrheit.
Im Vergleich zu den Ergebnissen vor einem Jahr
(- 2008 offiziell: CDU: 36,8%, - SPD: 36,7%, - FDP: 9,4%, - Grüne:
7,5%, - Linke: 5,1% -)
ergibt sich folgendes Bild:
CDU (2008: 23,6%) verliert 0,9 Prozent, (offiziell:
gewinnt 0,4 %)
SPD (2008: 23,5%) verliert 8,9 Prozent, (offiziell:
verliert 13 %)
FDP (2008: 6,0%) gewinnt 3,9 Prozent, (offiziell:
gewinnt 6,8 %)
Grüne (2008: 4,8%) gewinnt 3,5 Prozent, (offiziell:
gewinnt 6,2 %)
Linkspartei (2008: 3,3%) bleibt unverändert,
(offiziell: gewinnt 0,3%)
06.01.2009
Pünktlich
zum Jahresbeginn hat mich eine schwerer Infekt gepackt und mich
zu etlichen Tagen sturer Bettruhe gezwungen.
Was geht einem im Kopf herum, wenn man da so unter der nassgeschwitzten
Decke mit Fieber, Gliederschmerzen, Kopfweh und bedenklicher Übelkeit
im Magen ausharren muss.
Das politische Tagesgeschehen war mir noch nie so egal wie in diesen
Tagen innigen Kontakts mit meiner Wärmflasche.
Ich habe über
viele Stunden lang nachgedacht über meine Aufgabe, doch etwas
gegen den Verfall der natürlichen Lebensgrundlagen und anderer
Grundlagen für eine friedliche Menschengesellschaft zu tun.
Mit der bloßen Kommentierung der alltäglichen politischen
Absurditäten der herrschenden hochbezahlten Ignoranz lässt
sich nichts ändern, das wusste ich auch schon vorher.
Das Schreiben für diesen Blog hat mir aber selbst mehr Klarheit
über meine Thesen verschafft und einige Leute im Netz sicherlich
mit einer neuen Sicht der Dinge versorgt. Für ihr Interesse
danke ich ihnen hiermit ausdrücklich.
Dieses eine Jahr tägliches Schreiben hatte ich mir zum Ziel
gesetzt, habe dafür mindestens 600 Stunden investiert, aber:
Das Ergebnis ist mager. Zwar konnte ich einige Leute kennenlernen,
die zu mir Kontakt aufnahmen. Wo ich jedoch selbst hingeschrieben
habe, wurde ich meist ignoriert.
Also: Ich habe die Entscheidung getroffen, den
täglich bestückten Blog nach gut einem Jahr zu beenden.
Jetzt will ich eine längere Bedenkzeit einlegen und nach anderen
Möglichkeiten suchen, wie Zukunftslobby sich bemerkbar machen
könnte, so bemerkbar, dass sich auch etwas Greifbares und mehr
Zufriedenstellendes aus dem Engagement ergibt, denn ohne genügend
neue Kraft durch Zuspruch von Außen, geht mir, allein brutzelnd
im eigenen Saft, die Energie aus.
Die Zeit, die ich nun mehr zur Verfügung haben werde, kann
ich an anderen Stellen zunächst gut gebrauchen.
An Weihnachten
bekam ich die neueste CD von Gerhard Polt geschenkt.
Aus dieser will ich den abschließend letzten Beitrag entnehmen.
Es ist ein Text, einer von neunen auf der CD, der in gewohnter Poltscher
Schärfe die wenig aussichtsreiche Lage der Nichteinverstandenen
dieser Welt verdeutlicht.
Diese stehen unweigerlich einer schweigenden und bleiernen Mehrheit
gegenüber, und leider bestimmt die schweigende Mehrheit auf
operettenhaft absurde Weise, dass in der Welt die Dummheit regiert,
mit allen daraus folgenden tragischen Resultaten.
Hier also der
leicht gekürzte Text von Gerhard Polt.
In Zusammenhang mit den anderen Texten auf der CD wäre er noch
besser zu verstehen, denn diese hängen irgendwie alle zusammen.
Meine Empfehlung deshalb ist, sich die CD mit dem Titel "Apokalypsen"
zu kaufen, doch Vorsicht, sie ist, wie meist bei Polt, schwer verdauliche,
eventuell entmutigende Kost.
Den Text zu tippen war für das Microsoft-Wordprogramm eine,
wie sagt man heute, Herausforderung. Es wimmelte nur so von roten
Zickzacklinien unter den Worten, aber das gönne ich den oberschlauen
Softwareentwicklern.
Zu lesen ist es, - denke ich, gut, ja wenn, - der Polt eben, mit
seinen, - nunja, Sprüngen, also gedanklich, nichtwahr, wenn
man es, genau, es kennt, die Art Poltscher, also, Formulierung,
nem? (übersetzt: nicht wahr? )undsoweiter, also denn:
"Ja,
wissen Sie, - was soll ich sagen, mich würd des schon interessieren,
mich interessiert des auch, ich hab mir schon lange die Frage gestellt,
also, is vielleicht a bisserl, ich weiß es nicht, aber, warum
auch nicht? - Nem? -
Also Entschuldigung, was, äh, des hat mich schon, - was eigentlich
geht da um, ne, oder vor sich, in so, in so, wie soll man sagen,
so Minoritäten? Nem? Was will eigentlich eine Minderheit?
Des hot mich immer schon interessiert, was wollen die eigentlich?
Sind sie sich immer noch nicht wenig genug? Oder, oder, ja, glaubns
nicht, oder wollens noch weniger werden?
Ich mein, Entschuldigung, die Minderheiten wählen sich doch
meistens selber. Nem? Des ist doch so?
Jo wenn a Minderheit a bisserl a Hirn hat, sag ich, dann müssen
sie doch wissen, dass sie die Ursache für die Mehrheit sind.
Aber anscheinend, dazu langts geistig nicht. Ja sie san halt an
der Peripherie, a Randerscheinung, nem? Aber des wollen sie nicht.
I hobs halt anders gelernt, vielleicht sie auch, ich hab des nur
soviel in Erinnerung, sagenmermol die Demokratie gehört haltermol
der Mehrheit, nem? Und die andern werdn halt geduldet, - schon,
nem? Aber mehr is net drin.
Ja natürlich tun sie sich schwer, also des is mir klar, achja,
meingott, da könnte man lang, nem? Eigentlich brauch ma do
en Schnaps, um so was zu verkraften, - ich mahn als Minderheit,
nem?
Naja, wissen sie, ich sag immer wieder, ich meine so Minderheiten,
ich meine, ich sag des jetzt vorsichtiger, - ja mei -, aber es is
auch wahr, wir müssen schon, solang man noch Mehrheiten hat,
gel -, muss man höllisch aufpassen, dass diese Minderheiten
nicht überhand nehmen, geh?
Weil eines, - na jetzt sag ich ihnen etwas -, wenn diese Minderheiten,
ja, amol die Mehrheit haben, - ja -, dann gnade uns Gott. Wenn emol,
na, wir müssen doch obacht geben, dass wir von Minderheiten
nicht überschwemmt werden, gel, weil -, dann hörts auf,
gel. Dann -, Nein -, Punkt!
Dann sehn sie. Ich sag ihnen eines und des erlaub ich mir schon
zu sagen, gel, ich mein bei uns wird doch, - Entschuldigung -, ja,
kein Mensch gezwungen, eine Minderheit zu sein, jeder hat das Recht,
sich einer Mehrheit anzuschließen, ja, und sich anständig
zu benehmen, gel?! Dann braucht er sich auch von keiner Minderheit
majorisieren lassen, ja so schauts nämlich aus.
Und ich meine, die Frage darf doch oach einmal gestellt werden:
Was haben diese Minderheiten denn bis jetzt bezweckt? Was hamsen
erreicht? - Jo eben. Na jetzt emol ehrlich: Was hat soene Minderheit
erreicht?
Des würd mich schon noch emol interessiern. - Können sie
mir irgendeinen Großflughafen nennen oder a Autobahn, diewo
die verhindert ham? - Na also dann! Ich kenne keine Klimakatastrophe,
die die verhindern. Aber was wollnsn dann, nem?
Aber sie sind gegen alles, sie san gegen alles, des muss ma sagn,
sie sind gegen Alllles. Wenn emol an Großprojekt geplant wird,
sans schon, do sans schon dagegen, gegen die Planung. Wenns durchgeführt
wird sinds sowieso dagegen, nem? Und wenn des Großprojekt
fertig ist, sinds wieder dagegen.
Dass es aber der Mehrheit scheißegal ist, was geplant wird,
des interessiert die überhaupt net!
Ich frog mich manchmol allen Ernstes, ich frog mich wirklich: Woher
haben diese Schlaumeier eigentlich ihre Weisheiten, na woher denn,
ja woher denn? Ja ich weiß es schon woher: aus em Fernsehen.
Ja Entschuldigung, da brauchns doch mir den Blödsinn nicht
erzählen, ich schau ja selber fern. - Na Entschuldigung -,
wenn ich heute Zeitung lese, die sich Millionen Leute abonnieren
oder lesen, nem? Dann bin ich auch irgendwie informiert, gel, und
wenn ich mir im Fernsehn heut a Programm anschau, was sich auch
Millionen anschauen, hab ich auch eine gute Sendezeit.
Entschuldigung. Ich kann doch net wie eine Minderheit, ja, bis in
der Früh um zwei Uhr diesen Blödsinn anschauen. Im Gegensatz
zur Minderheit gehör ich zu einer Mehrheit, die in der Früh
aufstehen muss. Ich kann nicht wie diesen faulen Schweine bis Mittag
im Bett herumliegen, des hat mit Demokratie nichts mehr zu tun,
gel, do hörts auf, und ich sog ihnen noch was, - ich woas ja
net -, des is auch eine Charakterfrage, gel, wenn ich e Minderheit
bin, dann ist auch charakterlich irgendwas nicht.
Also, ich will, - na, was hat, Entschuldigung, was hat ihnen denn
der Rudi angetan, was hat ihnen der Rudi angetan, was denn? Gar
nichts! Die Tatsache allein, dass er oanen Maybach fährt, des
ist doch keine Provokation, des is e schönes Auto, gel, do
würde sich sogar e Minderheit die Finger abschlecken, gel.
Des Auto -, freilich kost das a Geld, ja logisch, ich kann mir so
was auch nicht leisten, nem?
Aber do is alles drin, Cinamora-Holzausrüstung, RCDresetentertainment,
Bitourbo, do is alles drin, Massagesitze, nem?
Was hat ihnen denn der Rudi getan, nem?
Der Rudi, - und des kaonn ich ihnen sagn, nur es is dem Rudi wurscht,
der verdient so viel Geld, dem geht die Demokratie am Arsch vorbei,
- des sog ich ihne ganz ehrlich.
Nein glauben sie mir eines, glaubns mir wirklich eines: Es sind
immer nur Minderheiten, die immer nurs Maul aufreißen und
immer nur: Quak, Quak, Quak, Quak, Quak. Die Mehrheit sagt nix.
Aber die Minderheiten, des sind immer so Singles, Indifiduen, Querulanten,
nem? So Einzelgänger, nem?
Die, ja immer, immer Quak, Quak, Quak, Aber die Mehrheit des is,
- ehhh, - moment emol, - jetzt, moment, bitte sinds emol e Momemt
still. Sind sie bitte anen Moment still. - Hörn sie was? Hörts?
Ah, - jetzt hört mans, hörts as? (es wir ganz still im
Publikum) Das ist die schweigende Mehrheit."
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