Dezember 2011:
--- Die Klimakonferenz in Durban und ihren Ausgang hätte
man vor ihrem Stattfinden schon kommentieren können. Ist eigentlich
nur noch schmierigstes Feigenblatttheater.
Und was meldeten die Medien? Umweltschützer, welche Leute auch
immer mit dieser Benennung gemeint sind, hätten sich enttäuscht
gezeigt, und Politiker hätten den "Erfolg" gefeiert,
jenen, dass man 2020 eventuell etwas mehr unternehmen will gegen
die Überhitzung der Biosphäre.
Dann heute in SWR1 meint eine strohdoofe Moderatorin einen
Beitrag zum Austritt Kanadas aus dem Kyotoprotokoll mit folgendem
Satz anmoderieren zu müssen: (sinngemäß) "Wir
kaufen Energiesparlampen, fahren Elektroautos und haben Solarzellen
auf den Dächern, aber Kanada will beim Umweltschutz nicht mehr
mitmachen."
Auhweiah, kann ich da nur sagen, damit hat die Bullshit-Rate
in den deutschen Medien zum Thema -Zerstörung der natürlichen
Lebensgrundlagen des Menschen- die 90-Prozentmarke sicher
überschritten. Die Moderatorin sollte im Kindergarten weiterarbeiten,
ohne Mikrofon, statt in ihrer Ahnungslosigkeit über tiefere
Zusammenhänge ohne Not das Volk zu verdummen.
--- Diese Wiederkäuer strukturfreundlicher Umweltpolitik,
besser Umweltzerstörungsverharmlosungspolitik, tauchen
in den Medien ohnehin schon viel zu oft auf. Auf Dradio beispielsweise
durfte
ein Herr Flasbarth, Chef des Umweltbundesamts, als "großen
Erfolg" bezeichnen, was unabhängige Wissenschaftler als
unfassbare Katastrophe empfinden.
Man wird immer sprachloser angesichts der ungehemmten Ausschlachtung
des Planeten, der einmal als paradiesische Heimat für eine
Spezies namens Mensch gemacht war, einerseits, und der Tatenlosigkeit
der zu Taten eigentlich befähigten andererseits.
--- Als einen der wenigen genialen Beiträge, gewissermaßen
AugenundOhrenöffner, die ab und zu noch gesendet werden, will
ich den hier empfehlen: Vortrag von Prof. Gerald Hüther
als MP3
zum Anhören (25Minuten) und als Manuskript.
--- Desweiteren:
Interview mit dem Kabarettisten Georg Schramm. "Der
große Kabarettist verzichtet in einem Interview mit der Schweizer
Widerstandsbewegung WeAreChange weitgehend auf Ironie
und Witzelei. Er spricht ernst und mit gerechtem Zorn. Thema ist
u.a. der menschenverachtende Sozialrassismus der reichen Oberschicht.
(-Zeitpunkt.ch)"
Auf Youtube als kurze
Version oder ausführlich,
hier noch ausführlich
in besserer Qualität.
--- Als Weihnachtsgeschenk: Buch von Felix zu Löwenstein:
"Foodcrash".
Die Bewegung dazu passend:
wir-haben-es-satt.de
Fröhliche Festtage und ein nüchternes Silvesterende wünscht:
Carl Rheinländer von Zukunftslobby e.V.
November 2011:
---
Am 4. November, an einem einzigen Tag, gab es zwei Nachrichten,
welche die Idiotie in den Köpfen der mächtigsten Regenten
der Gegenwart drastisch verdeutlichen.
Einerseits wurde berichtet, die Führer der sogenannten
G20-Staaten hätten sich, neben einer Absichtserklärung
zum Umbau der weltgrößten Banken, auf einen Aktionsplan
für mehr weltweites Wachstum verständigt. Konkretes
gab es dazu nicht, wenn auch die üblichen Schlagworte, Zusammenarbeit
der Länder, Kampf gegen die weltweite Arbeitslosigkeit oder
Abbau von Protektionismus pflichtgemäß und plakativ mitgenannt
wurden. Immerhin wissen die gelangweilten Beobachter, dass sich
an der heiligen Kuh Wirtschaftswachstum, die umtanzt wird, nichts
ändert.
Die andere Meldung an diesem Tage war eine US-amerikanische
Studie, brisanterweise finanziert vom Energieministerium,
wonach der CO2-Ausstoß auf der Erde von 2009 auf 2010 einen
niemals zuvor erreichten Höchstwert angenommen hat. Tom Boden
von der Universität Tennesse, Leiter der Studie: "Wir
befinden uns zurzeit auf einer Emissionskurve, die selbst
über die pessimistischsten Annahmen hinausgeht, die bei
Klimastudien verwendet wurden."
Und, bezüglich der ersten Meldung: Für Boden ist der Rückgang
der CO2-Emission im Jahr davor, also 2008 auf 2009, lediglich
auf die schwache Konjunktur in Folge der damaligen weltweiten
Finanzkrise zurückzuführen. Nach dieser Krise ist
das weltweite Wachstum wieder angezogen und hat so ganz nebenbei
die Rekordemissionen verursacht. (mehr dazu auch Hier)
Beide Meldungen machen die beiden direkt gegensätzlichen Bewertungen
von Wirtschaftswachstum mehr als deutlich. Trotzdem wollen
die G20-Führer weiter auf Wachstum setzen.
Zu stoppen sind sie nicht, zu stürzen auch nicht. Was also
sollen wir tun, wir, die wir für die Bewahrung der Lebensgrundlagen
der nachfolgenden Generationen eintreten?
Es ist in sämtlichen Medien ja nicht einmal ansatzweise Konsens,
dass Wirtschaftswachstum der herkömmlichen Art als Mittel
gegen welche Krise auch immer erfolglos, ja letztendlich
für die Menschheit ausschließlich verhängnisvoll
ist.
Kann ein wirklich unabhängiger Journalismus heutzutage
noch ohne entsprechenden Kommentar über Politiker berichten,
die Wirtschaftswachstum gutheißen und anstreben? Nein, kann
er nicht! Da er es gegenwärtig aber immer noch tut, sagt dies
entweder etwas über seine Abhängigkeit oder über
seine Unkenntnis, bzw. sein Desinteresse aus.
Zum Teufel mit diesem Journalismus!
Oktober 2011:
---
Nächster Akt des Dramas: Die Banken bekommen wieder unvorstellbare
Summen. Jede weitere Kommentierung ist Wiederholung dessen, was
wir eigentlich längst wissen.
Vielleicht so: Jede Aufregung darüber, dass der Papst im Bundestag
gesprochen hat, ist unangebracht. Dort gehört Herr Ratzinger
in den golden-weißen Kleidern hin. Nur dass sein Dogmatismus
ein katholischer ist und jener seiner Zuhörer ein wirtschaftspolitischer.
Gemeinsam ist ihnen die verhängnisvolle Ignoranz und Selbstgerechtigkeit.
Als Bild: Gemeinsam ist ihnen, obwohl halbblind und annähernd
taub, sich als Bergführer auszugeben. Obwohl sie keinerlei
Vorstellung von dem Gelände besitzen, sind sie unverschämt
genug, sich von ahnungslosen Wanderern für eine ausgedehnte
Bergtour bezahlen zu lassen. So muss die arme Wandergruppe, statt
auf sonnigen Pfaden zu spazieren, über Felsabhänge kraxeln,
durch Dornengestrüpp kriechen, durch Sumpflöcher waten,
Gebirgsbäche durchschwimmen und Geröllhalden hinunterstürzen.
In der Realität: Auf dieser Bergtour befinden wir uns gerade
mit Eurorettung, Bankenhilfe, Erwerbsarbeitskrise, Klimaerwärmung,
Drittweltausbeutung, Weltvermüllung, Anwachsen organisierten
Weltverbrechens, usw., usf.
---
PS: Die Wahlergebnisse aus Berlin, in reiner und nicht durch Unterschlagung
der Wahlbeteiligung beschönigter Form, hatte ich noch versprochen.
Man findet sie Hier
September 2011:
---
Es ist schon fast imposant anzusehen, ja wahrhaft große
Dramaturgie, wie eifrig und verzweifelt die europäische
Politik wieder und wieder hunderte von Milliarden Euro in dieses
Fass ohne Boden mit Namen Europa wirft.
Dieser
real existierende Europaentwurf, welcher verehrt
wird, wie eine heilige Kuh, ist dabei lediglich einer von
vielen möglichen Entwürfen eines vereinten Europas. Er
ist kaum mehr, als die Europäisierung der Kapitalistischen
Planwirtschaft, also die europaweit erleichterte Ausbeutung der
Zukunft zu Gunsten kurzfristiger Profite für die Großen,
Rücksichtslosen und Starken in Europa.
Der Bevölkerung wird erzählt, dies wäre gut für
alle, fördere Wohlstand und quantitatives Heil bis in die kleinsten
Zipfel des Kontinents und mache uns stark für die Zulunft.
Dass das genaue Gegenteil richtig ist, kann jeder tagtäglich
mitbekommen, sieht aber auch gleichzeitig, wie die Verleumdung der
Realität immer absurdere Ausmaße bekommt.
Nicht nur die Politiker wollen einsehen, dass ihr Ideal gescheitert
ist, sogar das Bundesverfassungsgericht zeigt mit seinem Urteil
vom 7. September, einem Blancoscheck gewissermaßen, dass es
ebenso wenig Einsicht in die wirklichen Zusammenhänge aufbringt,
wie Regierung und Opposition.
Mal sehen, wie lange die Konkursverschleppung Griechenlands,
des ersten fälligen Bankrottkandidaten von allen,
noch betrieben wird, und mit welchen scheinheiligen Worten schließlich
doch die 180-Grad-Wendungen der Parteipolitiker gerechtfertigt werden.
---
Die Wahlergebnisse in Mecklenburg-Vorpommern übrigens,
also
die Prozentanteile für die Parteien von allen Wahlberechtigten,
lauten:
SPD: ---17,6%,
CDU: ---11,4%,
Linke:---- 9,1%,
Grüne: ---4,15%,
FDP: -----1,35%
NPD: -----2,95%
Auch bei dieser Landtagswahl sind dramatische Tendenzen ablesbar,
vorausgesetzt, man berücksichtigt die Wahlbeteiligung im Ergebnis:
Hier ausführlich
zu sehen. Die Linke erzielt 2011 in Wirklichkeit ihr schlechtestes
Ergebnis überhaupt, die CDU bekommt weniger als halb so viele
Stimmen wie 1998, oder die SPD erzielt alles andere als ihr zweitbestes
Ergebnis.
August 2011:
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Jeder kann sich wohl lebhaft vorstellen, wie es wäre, mit
einem an Parkinson erkrankten Menschen Mikado oder auch mit
einem Alzheimerpatienten Memorie spielen zu wollen.
So ähnlich gestaltet es sich, will man mit Anhängern oder
Nutznießern des derzeit noch geltenden Wirtschaftssystems
über Alternativen und grundsätzliche Auswege aus dem Universaldilemma
reden. Die Kapitalistische Planwirtschaft oder Externalisierungswirtschaft,
dies wurde an dieser Stelle schon häufig betont, hat mit Marktwirtschaft
wenig zu tun. Doch genau dieser Unsinn wird von allen Parteien,
von den Sprechern der Wirtschaft, wie in nahezu allen Medien immer
wieder nachgeplappert.
Gleichzeitig wundern sie sich alle, dass etwa bezüglich der
Schuldenproblematik in Europa keine durchgreifende Lösung gefunden
werden kann. Nur zittrige Hände greifen derzeit nach den filigran
aufeinanderliegenden Holzstäbchen, und nur engstirnige Gehirne
ohne geringstes Kurzzeitgedächtnis mühen sich ab, aus
den verdeckten Karten passende Paare zu finden.
Die europäischen Finanzprobleme sind wie ein großer Haufen
Mikadostäbchen. Wer sich auch rantraut, verbal oder handelnd,
er wackelt und der Nächste darf versuchen. Keines der Stäbchen
wird auf diese Weise weggehoben.
Keiner der Akteure will begreifen, dass die Finanzprobleme Europas
und seiner einzelnen Staaten nichts anderes sind, als die Summe
der in vergangenen Jahren externalisierten finanziellen Schäden,
welche sich jetzt als Kosten zurückmelden und unsere Gegenwart
als sich selbst vergrößernder Sprengsatz bedroht.
Die Zittergemeinschaft jedoch versucht weiterhin, das Problem mit
den gleichen Mitteln zu lösen, mit welchen es geschaffen wurde.
Sogar die Grünen, ehemals eine Partei, in welcher einzelne
umfassend ökologisch denken konnten, sind zu einem Spießerhaufen
verkommen und fordern derzeit die Auflegung von Eurobonds. Sie
scheinen, ebenso wie alle anderen Parteien Europas, unfähig
zu sein, wesentlich grundlegendere Lösungsansätze entwickeln
zu können. Wo sind die Leute bei den Grünen hingekommen,
die sich merken konnten, wo denn die zueinander passenden Bildkärtchen
liegen?
Eurobonds sind ja nur eines von vielen Modellen, neue Schulden zu
machen. Folglich meint grünes Denken hier: Handlungsfähigkeit
kann nur mit immer neuen Schulden bewahrt werden. Solches Denken
ist alles andere als nachhaltig und ökologisch.
Angela Merkel muss nach den xten Treffen mit Sarkozy wieder einmal
Einvernehmen demonstrieren. Ihre neueste Idee europäisierter
Wirtschaftspolitik ist ebenso hilfreich, wie wenn sich 25 Alkoholiker
zukünftig bezüglich ihres Suchtstoffbezugs absprechen
wollen, statt weiter alleine auf ihrem Zimmer zu saufen.
Im Kampf der Akteure mit den finanziellen Externalisierungsschäden
vergangener Jahre ist die Analogie zu den ökologischen Schäden
in Form von Schädigungen an den natürlichen Lebensgrundlagen
unübersehbar. Auch hier wird lediglich versucht, die Probleme
mit Mitteln jener Denkstrukturen anzugehen, die den jetzigen Zustand
erst verursacht haben.
Die Energieproduktion wird auf neue Großfelder verteilt und
zu Ungunsten anderer Dritter organisiert, statt Strukturen zu finden,
in welchen sie regionalisiert, intelligent eingebunden und verträglich
geschieht. Der Ressourcenverbrauch wird in Prozessen einerseits
verschlankt, die Prozesse aber vervielfacht, statt das Wachstum
qualitativen Wohlstands umgekehrt proportional zum Stoffverbrauch
zu organisieren.
Ruhige Hände und einen wachen Kopf kann nur jener behalten,
der die Denkstrukturen der Kapitalistischen Externalisierungswirtschaft
hinter sich lässt und die Maßstäbe der Kategorischen
Marktwirtschaft als die realistischen erkennt.
Dies ist die Idee, deren Zeit bald kommt und die jetzt noch pfuschende
politische Flickwerkorgie hinweg fegen wird.
Juli 2011:
---
Unübersichtlichkeit, - auf den ersten Blick ein einfaches
Wort, jedoch mit einer gewaltigen, bisher stark unterschätzten,
Bedeutung.
Im Grunde charakterisiert Unübersichtlichkeit das Hauptproblem
für die Unterlassung richtigen und rechtzeitigen Handelns in
der Gegenwart auf allen gesellschaftlichen Ebenen .
Unübersichtlichkeit ist nicht nur der Hauptgrund für das
Scheitern vieler Menschen in unserem Land gegenüber ihres
Alltags und seiner vielen Teilbereiche, ist also erste Ursache für
Privatinsolvenzen, fehlerhaftes wirtschaftliches Entscheiden und
sonstige kleinen Tragödien in Zusammenhang vieler Teilhabeversuche
am Wohlstand. Unübersichtlichkeit ist oft auch die Ursache
für das Scheitern von Betrieben, in welchen ganz normale Durchschnittsbürger
mit dem Wust aus Regeln und Informationen, mit welchen sie zurecht
kommen müssen, nicht mehr klar kommen. Ja Unübersichtlichkeit
ist vor allem auch die Ursache für falsche und folgenschwere
politische Entscheidungen bis hinauf in die obersten Ränge
des Parlamentarismus.
Wenn die Europapolitiker mit dem Beschluss, dem bankrotten Griechenland
mit vielen Milliarden Euros "helfen" zu wollen, in Wahrheit
nur das Ende einer einigermaßen stabilen Zeitalters in Europa
einläuten, hat dies neben Ignoranz und Selbstüberschätzung
der Beteiligten viel mit der Unübersichtlichkeit der ihnen
zugedachten Aufgaben zu tun. Was an politischen Handlungen der Öffentlichkeit
vorgesetzt wird, ist nur scheinbar der jeweiligen "Herausforderung"
gegenüber angemessen, in Wahrheit jedoch lediglich ein erneutes
Scheitern an der Unübersichtlichkeit der sich stellenden Aufgabe.
Leider erweist sich dies erst einige Zeit später. Momentan
beispielsweise können wir beobachten, wie die EU-Parlamentarier
mit ihrem Universalrezept Rettungsschirm an der Realität vorbei
argumentieren. Es geschieht gewissermaßen in Zeitlupe. Erst
in der Rückschau in ein oder zwei Jahren wird klar werden,
wie falsch sie gelegen hatten und wie viel günstiger es für
alle Beteiligten gewesen wäre, den radikalen Empfehlungen nach
Schuldenschnitt und Rückkehr zur Drachme in Griechenland zu
folgen. Je mehr Ländern es ebenso geht wie Griechenland, desto
absurder wird das Festhalten an der Rettungsschirmideologie und
desto deutlicher wird die erbärmlich unfähige Rolle der
Verantwortlichen etwas Wirkungsvolles tun zu können.
Auch in allen anderen wichtigen Bereichen, wo Politik neue Weichenstellungen
einrichten müsste, ist das Scheitern an der Unübersichtlichkeit
der eigentliche Grund für die Unausweichlichkeit des finalen
Verhängnisses. Auch hier trübt die Langsamkeit der Entwicklungen
die rechtzeitige Erkenntnis falsch zu handeln. Die momentane Energiepolitik,
nicht nur die der Regierung, sondern etwa auch die von den Grünen
vorgeschlagene, ist dem wirklich Notwendigen alles andere als angemessen.
Wenn CDU und FDP hier versagen, so ist dies für den objektiven
Beobachter wenig verwunderlich. Wenn aber auch die sogenannte Ökopartei
offenbar nicht mehr vollständig ökologisch denken kann,
so ist dies mehr als bedenklich. Wie anders als durch faktische
Kapitulation an der Unübersichtlichkeit ist es zu erklären,
dass aus den Reihen der Grünen immer häufiger nur noch
losgelöste Einzelrezepte proklamiert werden, die zwar für
sich betrachtet als Alternative erscheinen, im Wechselspiel aber
mit allen Faktoren der gesellschaftlichen Realität, also ökologisch
sind und sämtliche Querbeziehungen berücksichtigen, unbefriedigend
ja sich oft als kontraproduktiv erweisen.
Hier sind grüne Politiker zu oft ebenso naiv, wie viele grüne
Wähler an der Basis, die sich innerhalb der kleinen Details
ihres Alltags ganz und gar nicht ökologisch verhalten. Sie
sind nicht bereit, die universelle Existenz der Unübersichtlichkeit
und der menschlichen Unfähigkeit, dieser gegenüber richtig
zu handeln, anzuerkennen. Wenn sie dies täten, wüssten
sie, dass es nicht hilfreich ist, angesichts der Zerstörung
der natürlichen Lebensgrundlagen von oben herab Alternativen
zu erdenken und einzuführen. Sie wüssten, dass es nur
dann zu einer nachhaltigen Energieversorgung in möglichst kurzer
Zeit und zu einer ressourcenschonenden Konsumgesellschaft kommen
kann, wenn dies über die Einführung einer entsprechend
zielgerichteten Dynamik geschieht.
Folgendes Bild verdeutlicht das hier gemeinte:
Ein Fahrzeug kann über eine kurvige Strecke niemals mit dem
Anfangsschub und einer voreingestellten Lenkrichtung ins Ziel kommen.
Genau dies versuchen aber sämtliche Gesetze der Regierung und
die meisten Vorschläge der Grünen, mit welchen eine nachhaltige,
also ökologische Entwicklung erreicht werden soll.
Das Ziel jedoch kann nur mittels ständigen und rechtzeitigen
Lenkbewegungen auf der gesamten Distanz bis dorthin erreicht werden.
In dem Fahrzeug wäre der Fahrer hierfür zuständig,
der permanent auf die jeweilige Situation, sekündlich und meterweise
mit Lenkkorrekturen reagiert.
Auf dem Weg in die nachhaltige Gesellschaft wäre die lenkende
und "denkende" Kraft eine Dynamik, die unterwegs korrigiert,
was wir jetzt noch gar nicht wissen können, weil der Weg viel
zu unübersichtlich ist. Auf diesem Weg lässt sich die
übermenschliche Unübersichtlichkeit nur mit der Kategorischen
Marktwirtschaft bewältigen. Nur sie kann es für uns wahrscheinlich
machen, das Ziel überhaupt erreichen zu können.
Wer etwas anderes erzählt ist ein Lügner oder ein Aufschneider,
so wie momentan gerade die Leute, die Europas Bankrott mittels Schuldenvermehrung
verhindern wollen.
Juni 2011:
---
Die wohl wichtigste Meldung des Monats Mai war diese: "Nach
Angaben der Internationalen Energieagentur IEA stieg der Kohlendioxid-Ausstoß
2010 um insgesamt 1,6 Gigatonnen an, das ist laut IEA der bisher
höchste Anstieg seit Beginn der Messungen." (DPA-Meldung,
hier in
FAZ) "Insgesamt betrug die CO2-Emission 2010 weltweit
30,6 Gigatonnen." (Die
Zeit)
In allen großen Zeitungen stand es zwar drin, war jedoch am
nächsten Tag schon vergessen.
Ja aber: Welch deutlicheren Beweis kann es denn dafür
geben, dass sämtliche Bemühungen der Staaten, den Treibhauseffekt
noch abzuwenden vergeblich sind?
Genauer: Welch deutlicheren Beweis kann es denn für
die Tatsache geben, dass alle wohlscheinenden Klimaschutzziele nur
nutzlose Fassade und zweckfremder Aktionismus sind, im Prinzip nur
dazu da, um die alte klimaschädliche Wirtschaftspolitik möglichst
unverändert weiterführen zu können? Ist denn
die Verwunderung von IEA-Chefökonom Fatih Birol wirklich
echt, der gegenüber der britischen Zeitung
The Guardian sagte: "Das sind die schlimmsten Nachrichten
zum Thema Klima. Es wird zu einer außerordentlichen Herausforderung,
wollen wir das Ziel noch erreichen und die Klimaerwärmung unter
zwei Grad halten."?
Entweder ist dieser Mann hoffnungslos naiv oder er sitzt in der
IEA nur deshalb, weil sich eben nichts Entscheidendes an der weltweiten
Energieerzeugung ändern soll, ob qualitativ oder quantitativ.
Genau die gleiche Feststellung muss man zu allen anderen Politikern
und Funktionären auf diesem Gebiet treffen. Oben predigen sie
alle und unter ihnen wird alles zertrampelt.
Je
weniger gehandelt wird, desto mehr wird geredet. Der deutsche Journalismus
lässt sich bis auf wenige Ausnahmen abermals bereitwillig missbrauchen
und verbreitet unreflektiert das Unwort ENERGIEWENDE. (Stefan
Hebel dazu auf Dradio) Dieses Wort ist ja eigentlich eine komplette
Propagandaaktion in nur drei Silben. Nur einmal habe ich auf Dradio
einen Redakteur der Ortszeit von der "sogenannten Energiewende"
sprechen gehört.
Eine Energiewende, die dieses Wort verdient, findet nicht mal in
Ansätzen statt. Ja analog zum sogenannten Klimaschutz kann
man die In-Umlauf-Bringung dieses Wortes gerade als Indiz dafür
deuten, dass eine Wende gerade nicht geplant ist und unter
strikter Beibehaltung des aktuellen, energieverschwenderischen Wirtschaftssystems
lediglich etwas blind in der Luft herumverbalisiert werden soll.
Auch
lässt sich das nächste Multimilliardenprojekt für
die deutsche Industrie mittels Wenderhetorik rechtfertigen, ein
neues Stromtrassennetz, die sogenannten Energieautobahnen. Ein umfangreicher
Netzausbau in der heutigen Situation ist vom eigentlichen
Nachhaltigkeitsgedanken her jedoch grottenfalsch.
Hier soll der dritte Schritt vor dem ersten gemacht werden.
Erster Schritt wäre die Beantwortung der Frage: Wie
viel Energie brauchen wir eigentlich noch, wenn wir alle Einsparungsmöglichkeiten
nutzen? Und: Wie bekommen wir alle einzelnen Individuen dazu, so
schnell wie möglich entsprechend zu handeln?
Die Antwort auf beide Fragen wäre: Alle erdenklichen bisher
externalisierten Kosten einer jeden Form von Energieerzeugung müssen
vollständig und für alle Energieverbraucher auf die Preise
aufgeschlagen werden!
Um es also abermals zu sagen: Problemlösung kann nur mittels
Einführung der Kategorischen Marktwirtschaft gelingen.
Der zweite Schritt wäre, alle neuen Arten von flächendeckender,
regionaler Energieerzeugung zu finden und zu ermöglichen. Wie
können wir dies schaffen? Antwort wie beim ersten Schritt oben:
Ebenso, wie vervielfachte Energiepreise zu schnellen Einsparungen
führen, lassen sich mit ihnen unbekannte Wege zu günstigen
und regional verteilten Energieerzeugungsmöglichkeiten finden.
Erst danach, als Voraussetzung für den dritten Schritt,
können wir wissen, wie viel in Offshoreanlagen erzeugter
Strom noch von Nord nach Süd gebracht werden muss, welche neuen
Stromleitungen also gebraucht werden.
Da aber jetzt nur der dritte Schritt politisch behandelt wird, lässt
sich auch hier nur wieder die obige Analogie erahnen. Aus einem
neuen Sachzwang und verknüpft mit einer halbwahren Fassade
sollen nicht die natürlichen Lebensgrundlagen gerettet, sondern
neuer mächtiger Profit ermöglicht werden.
Mai 2011:
---
Fast täglich drängen sich neue bittere Realitäten
ins Bewusstsein des Homo konsumens oder Homo egoökonomikus,
wie man unsere gegenwärtig handelnde Menschheitsspezies nennen
könnte, und führen doch nur zu leerem Gerede und Beibehaltung
aller Ignoranz.
Europa geht langsam aber sicher bankrott. Alles, was es dagegen
aufbringt, Rettungsschirme, Umschuldungen Sparprogramme und Konsolidierungsbemühungen,
ist nichts als bloße Konkursverschleppung. Nichts davon
dient auch nur einer Spur von Umsteuerung.
Europa klammert sich an den Aberglauben, dass es mit demselben Wirtschaftssystem,
welches in die Misere geführt hat, auch wieder heraus kommen
könnte. - Und niemand in der europäischen Politik traut
sich, einen neuartigen, wirklich entscheidenden Schritt zu entwerfen,
geschweige denn, ihn zu beginnen. Wirtschaftswissenschaftler, die
von kontrollierter Auflösung der Eurozone, Rückkehr zu
Staatswährungen oder Teilung des Euroraumes reden, werden,
wie etwa von dem grünen Europaabgeordneten und Attacgründer
Gigold als "Buchautoren", verunglimpft oder ignoriert.
Andere
Schäden unseres Wirtschaftens, wie vor allem die ökologischen,
werden ebenfalls nur verschleppt, statt endlich durch entschiedenes
Umsteuern unterbunden. Fukushima war offensichtlich nicht genug.
Heute verschwendet der Durchschnittsbürger in Deutschland ebenso
viel Energie, wie vor dem folgenschweren Tsunami im März vor
Japan.
Zwar tönt aus der Politik und aus den Medien endloses Gerede
von einer Energiewende, die jetzt eingeleitet werden soll, aber
weder logisch nachvollziehbare Gesetzesänderungen, geschweige
denn ein ernstzunehmender Ansatz, die Wende in eine nachhaltige
Wirtschaft marktwirtschaftlich erwachsen zu lassen, sind dazu erkennbar.
Ein Politisches
Feuilleton auf Dradio zu diesem Thema
("Man könnte meinen, es sei etwas passiert. Nach Fukushima
und Atomausstieg hat der politisch-publizistische Komplex die "Energiewende"
entdeckt. Jetzt reden wir nicht mehr nur vom Abschalten, jetzt steigen
wir ein ins Zeitalter der erneuerbaren Energien. Jedenfalls verbal."-
Stephan Hebel), kann die wahre Dimension der Kluft zwischen Anspruch
und Wirklichkeit nur streifen.
Ein Drittel aller Lebensmittel in Nordamerika und Europa
werden, obwohl noch einwandfrei und essbar, weggeschmissen,
bis zu 115 kg pro Person im Jahr. So steht es in einer Studie im
Auftrag der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen
(FAO), die Anfang Mai auf dem Kongress Save Food in Düsseldorf
vorgestellt wurde. Die Dekadenz unter den meisten Menschen
der Industrieländer ist erschreckend, die Ignoranz gnadenlos
und der offensichtliche Hang zu maximaler Bequemlichkeit
auf Kosten Anderer entmutigend.
Harte Maßnahmen wären nötig, der Homo konsumens
muss zur Abkehr von der gewohnten Verprassung natürlicher Lebensgrundlagen
gezwungen werden.
Dafür braucht man keine Gewehre, sondern lediglich das richtige
Wirtschaftssystem. Man braucht die Kategorische Marktwirtschaft,
wie sie von Zukunftslobby skizziert wird.
Hebel sagt: "Wenn das ein Ende haben soll; wenn wir wollen,
dass öffentliches Reden und politisches Handeln wieder zusammenrücken,
dann wird der Druck aus der Gesellschaft kommen müssen. Von
aktiven Bürgern, aus der Wissenschaft, auch aus Medien, die
sich dem Schlagwort-Populismus entziehen. Man wird dem Politik-Betrieb
Beine machen müssen. Damit er nicht noch ein Fukushima braucht,
um zu handeln."
Bei Zukunftslobby fragen wir uns, wie wir der Gesellschaft zeigen
können, dass sich dem Politikbetrieb nur mit der Kategorischen
Marktwirtschaft, gefordert von vielen Tausenden, Beine machen lässt.
Vielleicht gehts auf ähnlich neuartige Weise, wie sie ein
Sechszehnjähriger in den USA versucht. "Ich bin
16 Jahre alt. Heute früh habe ich eine Klage gegen die Vereinigten
Staaten von Amerika eingereicht, die es zulässt, dass Geld
wichtiger ist als das Überleben meiner Generation, und die
Entscheidungen trifft, die unser Recht auf einen sicheren und gesunden
Planeten bedrohen..." Zum
Artikel
Ebenso schlägt es auch Zukunftslobby schon seit längerem
vor.
Politiker, die nichts gegen die Zerstörung der natürlichen
Lebensgrundlagen unternehmen, die nur herumlabern, wenn sie damit
einer momentanen Stimmung unter den ansonsten ebenso dekadenten
Durchschnittsbürgern gefallen, aber auch andere Größen
mit der Möglichkeit, die öffentliche Meinung zu beeinflussen,
wie etwa Medienschaffende, sind genaugenommen Verbrecher
gegen die Menschlichkeit, und sie gehören dafür auf
die Anklagebank, angeklagt von möglichst vielen noch objektiv
denkenden Menschen, die dies als eine Pflicht ihren Kindern und
Enkeln gegenüber empfinden.
April 2011:
---
Alle Jahre wieder veröffentlichen die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute
ihr Frühjahrsgutachten mit neuen Vorhersagen für
das Wirtschaftswachstum. Und ebenfalls alle Jahre wieder lassen
sich die Medien von der künstlichen Euphorie anstecken und
berichten freudig von den vermeintlichen Segnungen, die jetzt auf
uns zukommen sollen.
Vergessen ist dann wieder alle frühere Erfahrung, dass die
Arbeitslosigkeit in ihrer tieferen Struktur mit dem quantitativen
Wachstum wenig zu tun hat, dass die rechnerischen Mehreinnahmen
des Staates lediglich marginale Sümmchen angesichts der auch
wieder in diesem Jahr notwendigen Neuverschuldung sind oder dass
ein eventueller Anstieg der Verbrauchernachfrage identisch mit einem
Anstieg von Ressourcen- und Energieverbrauch, Müllproduktion
und allerlei sonstigen Kostenexternalisierungen auf Kosten der nachfolgenden
Generationen ist.
Vergessen sind dann alle Aussagen von Sozialforschern über
die weiter sinkende Qualität menschlicher Arbeit in der Industriegesellschaft
und die Warnungen über das Ansteigen sozialer Folgekosten durch
die ungebremste Ausweitung des Niedriglohnsektors, in welchem die
Menschen von ihrer Arbeit nicht leben können.
Vergessen ist das tief verankerte strukturelle Problem unserer Gesellschaft,
das täglich laufende Staatsgeschäft nur mit eigenmächtig
erteilten, gigantischen Subventionen, ob finanziell, sozial, ökologisch
oder außenpolitisch, aufrecht erhalten werden kann.
Warum lädt man sich, wie etwa in Deutschlandradio Kultur, immer
wieder ernstzunehmende Fachleute zum Gespräch und Interview
ein, welche die negativen Zusammenhänge zwischen quantitativem
Wachstum und hieraus folgenden Problemen durchschauen und schildern,
wenn man dann bereitwillig alle veröffentlichten Vermutungen
der sogenannten Wirtschaftsweisen wie bare Münze nimmt und
ausschließlich deren geschönte Heilserwartungen weitergibt?
Bald folgt jetzt die entsprechende Konjunkturprognose der Bundesregierung
und anschließend natürlich ausgiebiges Eigenlob des Wirtschaftsministers,
der Kanzlerin und anderer schwarz-gelben Parteipolitiker.
Dabei sieht es eigentlich äußerst düster aus unter
der Fassade.
Die Eurozone befindet sich gerade in einer Zwischenphase ihres Niedergangs.
Alles setzt auf den sogenannten Rettungsschirm mit ähnlich
grenzenloser Naivität wie der kleine Junge, der mit einem Regenschirm
aus dem fünften Stock springen will.
Der Rettungsschirm rettet nicht Staaten, sondern sichert Banken
und Kreditgeber ab. Dabei wird mit keinem Cent der kaputte Boden
des Fasses von Staaten wie jetzt Portugal wiederhergestellt. Die
bewilligten 80 Milliarden Euro werden den Bankrott dieses Landes,
wie der gesamten Eurozone danach, nur verzögern können.
Die Beibehaltung des alten Verständnisses von Wirtschaftswachstum
und dessen Nebenwirkungen, wird als der Hauptgrund für diesen
Bankrott erkannt werden, wenn es zu spät ist.
---
In unsere Region lag bis Ende März der neue Regionale Raumordnungsplan
mitsamt dem Teilplan Windenergienutzung aus. Mit vier anderen
Bürgern unseres Ortes haben wir einen Einspruch dagegen verfasst
und eingereicht.
Grundsätzlich: Momentan werden beim Ausbau der Windenergie
in Deutschland einige falsche Prioritäten gesetzt. Der Offshoretechnik
vor der Küste in Nord- und Ostsee wird zu viel Aufmerksamkeit
gewidmet. Ihre Möglichkeiten werden überschätzt,
ihr hoher Preis und die massiven Probleme unterschätzt. Damit
aber mehr Windenergieanlagen an Land errichtet werden können,
braucht es eine erweiterte Ausweisung entsprechender Vorrangflächen
unter besserer Einbindung der regionalen Ortsansässigen und
Kommunen.
Die Argumentation in unserem Einspruch ist auch auf andere Regionen
Deutschlands übertragbar. Bei Interesse kann der Text Hier
heruntergeladen werden.
März 2011:
---
Ein Titel der früheren Frankfurter Kultband Flatsch
von deren dritten Album aus dem Jahr 1983, ist angesichts der Ereignisse
in den japanischen Reaktorblöcken
wieder hochaktuell. Der Song "Heile, heile Gänsje"
verdeutlicht verblüffend genau die Rolle der Politik bei einem
solchen fürchterlichen Drama, aber auch die Dummheit derer,
welche diese arroganten und verantwortungslosen Politiker in deren
Machtposition gewählt haben.
Mit aktuellen Bildern der Reaktorblöcke unterlegt, kann
man sich den Titel jetzt auf Youtube anhören: Hier
--- Haben die atomaren Unfälle in Kernkraftwerken Japans nach
dem Erdbeben nachhaltige Auswirkungen auf die Energiepolitik, ja
auf das von konventionellen Energieträgern abhängige Wirtschaftssystem
Deutschlands?
Die Regierungskoalition unter Angela Merkel rudert jetzt,
Mitte März, zunächst mal eifrig zurück. Merkel
will die Kraftwerke "überprüfen lassen", was
immer das auch heißen mag. Was aus diesem PR-Blendkracher
heraus kommt, Verwässerung und Zeitgewinn, wissen wir längst.
Zu vermuten steht, dass Union und FDP lediglich Sorge um die
Ergebnisse ihrer Parteien bei den anstehenden Wahlen haben.
Nachdem sich das beste Pferd im Stall, Herr plagdok. Guttenberg,
hinter seiner gestylten Fassade als gewöhnlicher Esel entpuppt
hat, wird nun weiteren Unionswählern die Realitätsfremdheit
von Merkels Truppe mehr als deutlich.
Doch selbst wenn hier die Bild-Zeitung die
deutschen Stammtische
zur
Atomkraft nicht mit Solidaritätsbekundungen wie bei Guttenberg
umstimmt, was wird sich ändern? Vielleicht stellt man gar Altkraftwerke
wie Isar 1 jetzt endlich ab, wo dies mittlerweile auch aus den Reihen
der CSU gefordert wird, oder macht die Laufzeitverlängerung
für Atomkraftwerke wieder rückgängig. Nur haben wir
damit noch lange kein nachhaltiges Wirtschaftssystem mit
Energieformen, die keine Schadkosten verursachen, welche, wie derzeit
noch selbstverständlich, auf die Allgemeinheit und die nachfolgenden
Generationen abgewälzt werden.
Es wird vielmehr so sein: Je mehr der alten wirtschaftlichen Standards
als untragbar und gefährlich eingestuft werden müssen,
umso mehr werden sich die Regierungen auf kontraproduktive Aktionismen
wie Biosprit E10 und Energiesparlampen beispielsweise verlegen.
Der wichtigere Ausstieg, der Ausstieg aus dem herrschenden Wirtschaftssystem,
steht nach wie vor nicht zur breiten Diskussion. Damit werden wir
auch alle tagtäglich von diesem System verursachten und externalisierten
Schäden und Schadkosten weiterhin ertragen müssen. Die
allerwenigsten davon sind so spektakulär wie derzeit das Geschehen
in Fukushima, in der Summe jedoch noch verhängnisvoller.
Vielleicht aber wird die Lösung gerade jetzt in der
Zeit eines bevorstehenden Gaus in Japan besser vorstellbar.
Zukunftslobby propagiert schon seit Jahren die vollständige
Internalisierung aller vorstellbarer Schäden in die Preise
der hierfür verantwortlichen Wirtschaftsprodukte. Dadurch
würden diese Produkte mehr oder weniger unrentabel, und ganz
von alleine treten verträglichere Produkte an deren Stelle.
Wie diese Kategorische Marktwirtschaft
funktioniert, wird etwa am Beispiel Atomkraft verständlich,
wenn man zur
Errechnung des gerechten Preises für Atomstrom
die
von Zukunftslobby hier
veröffentlichte Prognosstudie heranzieht. Übertragen
nach Japan, wäre dort der Bau von mittlerweile über 50
Atomkraftwerken wohl gar nicht erfolgt, und zu den schweren Zerstörungen
durch das Erdbeben kämen dann nicht auch noch die atomaren
Bedrohungen hinzu.
In Deutschland kann man sich nur wünschen, dass zumindest die
Atomparteien endgültig als Staatslenker verschwinden,
nicht nur weil sie immer neue scheinargumentative Tricks zum Festhalten
an der Atomkraft auf den Tisch werfen, sondern weil mit ihnen am
allerwenigsten über die grundsätzliche Abkehr vom derzeitigen
zukunftsbelastenden Wirtschaftssystem geredet werden kann.
Nicht in Gottes Hand sind wir Bürger, wie es Angela
Merkel zum Geschehen in Japan bemerken musste, sondern in Merkels
Hand und der Hand ihrer Ideologiekollegen, die uns Bürgern
aus Machtgelüsten und Dummheit die
Wende in eine bessere Zukunft vorenthalten.
--- Wie die wirkliche Zustimmung der Bevölkerung zu den
Parteien aussieht, erfahren Sie an dieser Stelle immer im
Anschluss an die jeweils nächste Landtagswahl. Wir sagen
ihnen, wie viel Prozentpunkte die Parteien von allen Wahlberechtigten
bekommen haben. - Demnächst hier.
Februar 2011:
--- Nachdem nun auch Ghaddafi strauchelt, offenbaren sich so manche
Zusammenhänge zwischen westeuropäischer Wirtschaft
und den nun gefährdeten Regimeführern.
Ganz bequem hatte man es sich hierzulande in etlichen Sparten auf
den diktatorischen Zustand dort eingerichtet, hat Waffen verkauft
an Ägypten, Polizeitechnik an Bahrein, Flugzeuge und Schnellfeuergewehre
an Libyen, hatte günstigen Zugang zu Erdöl und Suezkanal,
konnte sich darauf verlassen, dass mit Flüchtlingen kürzerer
Prozess gemacht wurde, als in Westeuropa offiziell möglich,
usw.
Dann zeigte sich die Schnecke Europa wieder einmal überrascht
und ratlos. Von unserem Empörungsminister Westerwelle
kam das unterste Mindeste, um das darüber Hinausgehende nicht
denken zu müssen.
Richtig ist, dass wir jetzt noch nicht mal aktiv gegen Mörderbanden
in Libyen helfen können, weil wir das Vertrauen der Bevölkerung
in Nordafrika über die vielen Jahre des Geschäftemachens
und Wegschauens gründlich verspielt haben.
Wird Europa es schaffen, die Menschen dort endlich, mit allem
ihnen Eigenen und allem sich von Unserem Unterscheidenden, ernst
zu nehmen? Wir hätten die Chance, es besser zu machen,
doch wahrscheinlich kommt da auch wieder die weststaatliche Geschäftemacherei
dazwischen, die im herrschenden Wirtschaftssystem nicht auszurotten
ist und die sich nach jedem Ereignis immer wieder nach vorne drängen
kann.
Alles, was an finanziellen Belastungen im Zusammenhang mit den Entwicklungen
in Nordafrika jetzt auf die westlichen Staaten zukommt, sind aus
den früheren Geschäften externalisierte politische
Schadkosten, die sich jetzt erst manifestieren und von der Allgemeinheit
zu begleichen sind.
Hätten wir dies mal früher bedacht, und statt an Geschäfte,
an die Förderung demokratischer und menschenachtender Zustände,
an Begegnungen streng auf Augenhöhe mit dem ganzen Volk und
mit Respekt vor nordafrikanischer Kultur geachtet. - Ja, dann
wären die Geschäfte über die vielen Jahre nicht so
profitabel ausgefallen.
---
Ergebnisse der Hamburgwahl, natürlich nicht die offiziell
verkündeten, sondern die ungeschönten, die Prozentpunkte
der Parteien von allen Wahlberechtigten, finden sich Hier
Hier erst zeigt sich, dass auch die SPD gegenüber der
letzten Wahl in Wirklichkeit verloren hat, und außerdem,
wie es insgesamt mit dem Zuspruch für die Parteien bergab
geht. - Wird noch um die anderen Bundesländer ergänzt.
- Andere Wahlergebnisse vorerst Hier
---
Nachdem der tunesische und der ägyptische Machthaber vertrieben
wurde, entsteht eine Art Aufbruchstimmung in allen anderen autoritär
regierten arabischen Staaten.
Aber leider nur dort.
Unsere Machthaber hier sind auf eine andere Art und Weise
ebenso autoritär. Nach außen hin mit dem demokratischen
Mäntelchen, pflegen sie nach wie vor ein diktatorisches
Wirtschaftssystem, welches weniger wie
in Nordafrika und Kleinasien
die gegenwärtige Bevölkerung unterdrückt und ausbeutet,
sondern die zukünftig lebende Bevölkerung.
Momentan muss das deutsche Volk schon in jedem Jahr allein 70
Milliarden Euro nur an Zinsen für die Staatsschulden aufbringen.
Dieses Geld ist einfach weg, dafür bekommen wir absolut nichts.
Und in jedem Jahr wird die Summe höher.
Die nachfolgenden Generationen werden sich bedanken, wenn sie einmal
dreistellige Milliardenbeträge pro Jahr erwirtschaften
sollen, bevor sie einen Cent ausgeben können, für Projekte
ihrer Väter und Mütter und ihrer Großväter
und Großmütter, ja für Projekte, die keinerlei nachhaltigen
Wert erbracht haben.
Dazu kommt noch die Zerstörung von ökologischen und
sozialen Lebensvoraussetzungen, auch eine ungeheure Art von
Verschuldung und ein Verbrechen an unseren Kindern und Kindeskindern.
Ist dies nicht eine dramatische Form von Gewalt, die von
unserer parlamentarischen Kaste an jenen, die sich jetzt nicht wehren
können, verübt wird?
In
Berlin ist der Volksentscheid für die Offenlegung aller Unterlagen
zum großen Wasserdeal gelungen. Schaffen es die Bürger,
den privaten Investor und auch die zugehörigen Politiker ins
Exil zu vertreiben?
Zeit wäre es, dass auch wir die vielen Mubaraks auch aus unserem
Land verweisen.
Wir müssen bei Bürgerprotesten zukünftig nur aufpassen,
nicht, wie bei Stuttgart 21, wieder vergeißlert zu werden.
Januar 2011:
Die
beiden herausragenden Themen in diesem Monat waren sicherlich Dioxin
im Tierfutter und abermals der Krieg in Afghanistan.
-- Der Dioxinskandal offenbart lediglich den darunter liegenden
weitaus gravierenderen Skandal. Es sind dies die Umstände,
wie in Deutschland die Fleischproduktion betrieben wird und ganz
allgemein, wie wir unsere Lebensmittel produzieren. Wie in Deutschland
ist es auch in den anderen Industrieländern, wenn dort auch
die Verarbeitung technischer Fette zu Tierfutter momentan nicht
am Pranger steht.
Man muss gar nicht groß kommentieren, wie die
politischen Parteien mit den Vorfällen umgegangen sind.
Die Opposition versucht der Regierung eine Mitschuld anzuhängen,
die Landwirtschafts- und Verbraucherministerin wiegelt ab und entdeckt
kriminelle Machenschaften bei den Futterproduzenten. Der deutsche
Bauernverband weint und stöhnt auf und betont trotzdem weiter
reflexartig seine Ablehnung der biologischen Landwirtschaft gegenüber.
Die Grünen bekommen wieder Oberwasser, teilweise zu Recht,
da sie als einzige Partei grundsätzliche Änderungen der
Strukturen anstreben. Allerdings bleibt unklar, wie diese genau
aussehen sollen.
Mit das beste dazu kam von Felix Prinz zu Löwenstein,
Öko-Landwirt aus Südhessen und Vorsitzender des Bundes
Ökologische Lebensmittelwirtschaft. Er sprach auch auf
der Demo "Wir haben es satt!" am 22. Januar in Berlin.
Löwenstein sagte, um was es mittlerweile gehen muss. Er will
eine gesellschaftspolitische Diskussion anstoßen zu drei Punkten:
a) Wie dürfen wir mit Tieren umgehen?,
b) Welche Belastung der Natur wollen wir dafür in Kauf nehmen?,
c) Wie sollen wir mit den Ressourcen der Welt umgehen, die nicht
uns gehören?
Damit sieht er das Thema ähnlich wie es auch Zukunftslobby
betrachtet. Löwenstein betont, man müsse eine Änderung
des Systems anstreben. Es müssten endlich auch Kosten in die
viel zu niedrigen Fleischpreis, die von der konventionellen Landwirtschaft
verursacht würden. Beispielsweise wären 20 % des Ostseebodens
mittlerweile praktisch biologisch tot, weil jährlich aus der
konventionellen Landwirtschaft und aus den Großställen
der Massentierhaltung jährlich 600.000 Tonnen Phosphor und
1,5 Millionen Tonnen Stickstoff dort hinein gerieten.
Insofern werden Felix Prinz zu Löwenstein und der BÖL
sicherlich auch begeisterte Sympathisanten unseres Konzeptes von
der Kategorischen Marktwirtschaft sein.
Wer sich die Zeit nehmen kann, soll sich doch das Gespräch
auf Deutschlandradio Kultur mit Löwenstein und Achim Spiller,
Professor für Marketing für Agrarprodukte und Lebensmittel
an der Georg-August-Universität in Göttingen, vom 22.
Januar anhören. Zusammen mit den dazugeschalteten Hörermeinungen
war dies höchst interessant. Als mp3 zum Herunterladen
Teil 1 und Teil
2, sowie als Flash zum Gleichhören ebenfalls Teil
1 und Teil
2. (Leider nur 6 Monate im Netz verfügbar, also vorher
herunterladen)
-- Zum Dauerthema Afghanistan und dem Militäreinsatz
des Westens dort gab es die Meldung, der Bundestag, genauer, die
drei Altparteien SPD, UNION und FDP, haben den Bundeswehreinsatz
jetzt bis Anfang 2012 verlängert. Den armen Soldaten wird weiterhin
vorgegaukelt, sie würden dort unsere Freiheit verteidigen und
ohne ihre Präsens, würde es im Land am Hindukusch nur
viel schlimmer werden.
Ebenfalls auf Deutschlandradio Kultur gab es dazu am 29. Januar
ein Gespräch mit Reinhard Erös, Oberstarzt a. D. und
Begründer der "Kinderhilfe Afghanistan".
Dradio: "Ob die internationalen Truppen bis dahin dem Land
in Hinsicht auf die Lebensqualität, Bildung, Demokratieentwicklung
oder Sicherheit etwas Bleibendes hinterlassen, ist indes fraglich.
Die bisherige Bilanz ist ernüchternd: Noch immer lebt der größte
Teil der Afghanen am Existenzminimum. Einem aktuellen Bericht der
Vereinten Nationen zufolge hat sich die Zahl der Selbstmordattentate
mit mehreren Attentätern seit 2009 verdoppelt, Rebellen ermordeten
wöchentlich 21 Menschen, dreimal so viele wie im Vorjahr.
Doch es gibt auch Erfolgsgeschichten - und diese offenbar
nicht aufgrund, sondern trotz des Engagements des Westens und
der Nato. Eine dieser Erfolgsgeschichten ist die der "Kinderhilfe
Afghanistan". Ihre Gründer Reinhard und Annette Erös
engagieren sich seit 1985 in Afghanistan und betreiben mittlerweile
Dutzende Schulen, Ausbildungsstätten, Waisenhäuser und
Krankenstationen in den besonders gefährdeten Ostprovinzen.
Der ehemalige Oberstarzt der Bundeswehr kennt Land und Menschen
wie kaum ein anderer.".
Wer wirkliches Insiderwissen um die Verhältnisse im Land und
um die politischen und kulturellen Hintergründe des Krieges
hören möchte, dem sei empfohlen, sich das zweistündige
Gespräch vom 29.1.2011 noch einmal anzuhören. Als mp3:
Teil 1 und Teil 2, als Flash zum Gleichhören Teil 1
und Teil 2 (leider nur 6 Monate im Netz verfügbar, also vorher
herunterladen) Auch Link zu Kinderhilfe
Afghanistan