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Zuloblog für 2011

Zuloblog ist das Weblogbuch von Zukunftslobby.
Während wir im Jahr 2008 hier täglich Kommentare zum politischen Tagesgeschehen veröffentlichten, haben wir uns in den folgenden Jahren auf nur noch monatliche aktuelle Beiträge beschränkt.
Weiter aktuell und informativ: Inhaltsverzeichnis aller Blogthemen 2008, alphabetisch und nach Themen geordnet


Blogarchiv 2008

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Zuloblog 2011

 
 

Dezember 2011:
--- Die Klimakonferenz in Durban und ihren Ausgang hätte man vor ihrem Stattfinden schon kommentieren können. Ist eigentlich nur noch schmierigstes Feigenblatttheater.
Und was meldeten die Medien? Umweltschützer, welche Leute auch immer mit dieser Benennung gemeint sind, hätten sich enttäuscht gezeigt, und Politiker hätten den "Erfolg" gefeiert, jenen, dass man 2020 eventuell etwas mehr unternehmen will gegen die Überhitzung der Biosphäre.
Dann heute in SWR1 meint eine strohdoofe Moderatorin einen Beitrag zum Austritt Kanadas aus dem Kyotoprotokoll mit folgendem Satz anmoderieren zu müssen: (sinngemäß) "Wir kaufen Energiesparlampen, fahren Elektroautos und haben Solarzellen auf den Dächern, aber Kanada will beim Umweltschutz nicht mehr mitmachen."
Auhweiah, kann ich da nur sagen, damit hat die Bullshit-Rate in den deutschen Medien zum Thema -Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen des Menschen- die 90-Prozentmarke sicher überschritten. Die Moderatorin sollte im Kindergarten weiterarbeiten, ohne Mikrofon, statt in ihrer Ahnungslosigkeit über tiefere Zusammenhänge ohne Not das Volk zu verdummen.

--- Diese Wiederkäuer strukturfreundlicher Umweltpolitik, besser Umweltzerstörungsverharmlosungspolitik, tauchen in den Medien ohnehin schon viel zu oft auf. Auf Dradio beispielsweise durfte ein Herr Flasbarth, Chef des Umweltbundesamts, als "großen Erfolg" bezeichnen, was unabhängige Wissenschaftler als unfassbare Katastrophe empfinden.
Man wird immer sprachloser angesichts der ungehemmten Ausschlachtung des Planeten, der einmal als paradiesische Heimat für eine Spezies namens Mensch gemacht war, einerseits, und der Tatenlosigkeit der zu Taten eigentlich befähigten andererseits.

--- Als einen der wenigen genialen Beiträge, gewissermaßen AugenundOhrenöffner, die ab und zu noch gesendet werden, will ich den hier empfehlen: Vortrag von Prof. Gerald Hüther als MP3 zum Anhören (25Minuten) und als Manuskript.

--- Desweiteren:
Interview mit dem Kabarettisten Georg Schramm. "Der große Kabarettist verzichtet in einem Interview mit der Schweizer Widerstandsbewegung “WeAreChange” weitgehend auf Ironie und Witzelei. Er spricht ernst und mit gerechtem Zorn. Thema ist u.a. der menschenverachtende Sozialrassismus der reichen Oberschicht. (-Zeitpunkt.ch)" Auf Youtube als kurze Version oder ausführlich, hier noch ausführlich in besserer Qualität.

--- Als Weihnachtsgeschenk: Buch von Felix zu Löwenstein: "Foodcrash".
Die Bewegung dazu passend: wir-haben-es-satt.de

Fröhliche Festtage und ein nüchternes Silvesterende wünscht: Carl Rheinländer von Zukunftslobby e.V.

November 2011:
--- Am 4. November, an einem einzigen Tag, gab es zwei Nachrichten, welche die Idiotie in den Köpfen der mächtigsten Regenten der Gegenwart drastisch verdeutlichen.

Einerseits wurde berichtet, die Führer der sogenannten G20-Staaten hätten sich, neben einer Absichtserklärung zum Umbau der weltgrößten Banken, auf einen Aktionsplan für mehr weltweites Wachstum verständigt. Konkretes gab es dazu nicht, wenn auch die üblichen Schlagworte, Zusammenarbeit der Länder, Kampf gegen die weltweite Arbeitslosigkeit oder Abbau von Protektionismus pflichtgemäß und plakativ mitgenannt wurden. Immerhin wissen die gelangweilten Beobachter, dass sich an der heiligen Kuh Wirtschaftswachstum, die umtanzt wird, nichts ändert.
Die andere Meldung an diesem Tage war eine US-amerikanische Studie, brisanterweise finanziert vom Energieministerium, wonach der CO2-Ausstoß auf der Erde von 2009 auf 2010 einen niemals zuvor erreichten Höchstwert angenommen hat. Tom Boden von der Universität Tennesse, Leiter der Studie: "Wir befinden uns zurzeit auf einer Emissionskurve, die selbst über die pessimistischsten Annahmen hinausgeht, die bei Klimastudien verwendet wurden."
Und, bezüglich der ersten Meldung: Für Boden ist der Rückgang der CO2-Emission im Jahr davor, also 2008 auf 2009, lediglich auf die schwache Konjunktur in Folge der damaligen weltweiten Finanzkrise zurückzuführen. Nach dieser Krise ist das weltweite Wachstum wieder angezogen und hat so ganz nebenbei die Rekordemissionen verursacht. (mehr dazu auch Hier)

Beide Meldungen machen die beiden direkt gegensätzlichen Bewertungen von Wirtschaftswachstum mehr als deutlich. Trotzdem wollen die G20-Führer weiter auf Wachstum setzen.
Zu stoppen sind sie nicht, zu stürzen auch nicht. Was also sollen wir tun, wir, die wir für die Bewahrung der Lebensgrundlagen der nachfolgenden Generationen eintreten?

Es ist in sämtlichen Medien ja nicht einmal ansatzweise Konsens, dass Wirtschaftswachstum der herkömmlichen Art als Mittel gegen welche Krise auch immer erfolglos, ja letztendlich für die Menschheit ausschließlich verhängnisvoll ist.
Kann ein wirklich unabhängiger Journalismus heutzutage noch ohne entsprechenden Kommentar über Politiker berichten, die Wirtschaftswachstum gutheißen und anstreben? Nein, kann er nicht! Da er es gegenwärtig aber immer noch tut, sagt dies entweder etwas über seine Abhängigkeit oder über seine Unkenntnis, bzw. sein Desinteresse aus.
Zum Teufel mit diesem Journalismus!

Oktober 2011:
--- Nächster Akt des Dramas: Die Banken bekommen wieder unvorstellbare Summen. Jede weitere Kommentierung ist Wiederholung dessen, was wir eigentlich längst wissen.
Vielleicht so: Jede Aufregung darüber, dass der Papst im Bundestag gesprochen hat, ist unangebracht. Dort gehört Herr Ratzinger in den golden-weißen Kleidern hin. Nur dass sein Dogmatismus ein katholischer ist und jener seiner Zuhörer ein wirtschaftspolitischer.
Gemeinsam ist ihnen die verhängnisvolle Ignoranz und Selbstgerechtigkeit.
Als Bild: Gemeinsam ist ihnen, obwohl halbblind und annähernd taub, sich als Bergführer auszugeben. Obwohl sie keinerlei Vorstellung von dem Gelände besitzen, sind sie unverschämt genug, sich von ahnungslosen Wanderern für eine ausgedehnte Bergtour bezahlen zu lassen. So muss die arme Wandergruppe, statt auf sonnigen Pfaden zu spazieren, über Felsabhänge kraxeln, durch Dornengestrüpp kriechen, durch Sumpflöcher waten, Gebirgsbäche durchschwimmen und Geröllhalden hinunterstürzen.
In der Realität: Auf dieser Bergtour befinden wir uns gerade mit Eurorettung, Bankenhilfe, Erwerbsarbeitskrise, Klimaerwärmung, Drittweltausbeutung, Weltvermüllung, Anwachsen organisierten Weltverbrechens, usw., usf.

--- PS: Die Wahlergebnisse aus Berlin, in reiner und nicht durch Unterschlagung der Wahlbeteiligung beschönigter Form, hatte ich noch versprochen. Man findet sie Hier

September 2011:
--- Es ist schon fast imposant anzusehen, ja wahrhaft große Dramaturgie, wie eifrig und verzweifelt die europäische Politik wieder und wieder hunderte von Milliarden Euro in dieses Fass ohne Boden mit Namen Europa wirft.
Dieser real existierende Europaentwurf, welcher verehrt wird, wie eine heilige Kuh, ist dabei lediglich einer von vielen möglichen Entwürfen eines vereinten Europas. Er ist kaum mehr, als die Europäisierung der Kapitalistischen Planwirtschaft, also die europaweit erleichterte Ausbeutung der Zukunft zu Gunsten kurzfristiger Profite für die Großen, Rücksichtslosen und Starken in Europa.
Der Bevölkerung wird erzählt, dies wäre gut für alle, fördere Wohlstand und quantitatives Heil bis in die kleinsten Zipfel des Kontinents und mache uns stark für die Zulunft. Dass das genaue Gegenteil richtig ist, kann jeder tagtäglich mitbekommen, sieht aber auch gleichzeitig, wie die Verleumdung der Realität immer absurdere Ausmaße bekommt.
Nicht nur die Politiker wollen einsehen, dass ihr Ideal gescheitert ist, sogar das Bundesverfassungsgericht zeigt mit seinem Urteil vom 7. September, einem Blancoscheck gewissermaßen, dass es ebenso wenig Einsicht in die wirklichen Zusammenhänge aufbringt, wie Regierung und Opposition.
Mal sehen, wie lange die Konkursverschleppung Griechenlands
, des ersten fälligen Bankrottkandidaten von allen, noch betrieben wird, und mit welchen scheinheiligen Worten schließlich doch die 180-Grad-Wendungen der Parteipolitiker gerechtfertigt werden.

--- Die Wahlergebnisse in Mecklenburg-Vorpommern übrigens, also
die Prozentanteile für die Parteien von allen Wahlberechtigten, lauten:
SPD: ---17,6%,
CDU: ---11,4%,
Linke:---- 9,1%,
Grüne: ---4,15%,
FDP: -----1,35%
NPD: -----2,95%

Auch bei dieser Landtagswahl sind dramatische Tendenzen ablesbar, vorausgesetzt, man berücksichtigt die Wahlbeteiligung im Ergebnis: Hier ausführlich zu sehen. Die Linke erzielt 2011 in Wirklichkeit ihr schlechtestes Ergebnis überhaupt, die CDU bekommt weniger als halb so viele Stimmen wie 1998, oder die SPD erzielt alles andere als ihr zweitbestes Ergebnis.

August 2011:
--- Jeder kann sich wohl lebhaft vorstellen, wie es wäre, mit einem an Parkinson erkrankten Menschen Mikado oder auch mit einem Alzheimerpatienten Memorie spielen zu wollen.

So ähnlich gestaltet es sich, will man mit Anhängern oder Nutznießern des derzeit noch geltenden Wirtschaftssystems über Alternativen und grundsätzliche Auswege aus dem Universaldilemma reden. Die Kapitalistische Planwirtschaft oder Externalisierungswirtschaft, dies wurde an dieser Stelle schon häufig betont, hat mit Marktwirtschaft wenig zu tun. Doch genau dieser Unsinn wird von allen Parteien, von den Sprechern der Wirtschaft, wie in nahezu allen Medien immer wieder nachgeplappert.

Gleichzeitig wundern sie sich alle, dass etwa bezüglich der Schuldenproblematik in Europa keine durchgreifende Lösung gefunden werden kann. Nur zittrige Hände greifen derzeit nach den filigran aufeinanderliegenden Holzstäbchen, und nur engstirnige Gehirne ohne geringstes Kurzzeitgedächtnis mühen sich ab, aus den verdeckten Karten passende Paare zu finden.

Die europäischen Finanzprobleme sind wie ein großer Haufen Mikadostäbchen. Wer sich auch rantraut, verbal oder handelnd, er wackelt und der Nächste darf versuchen. Keines der Stäbchen wird auf diese Weise weggehoben.
Keiner der Akteure will begreifen, dass die Finanzprobleme Europas und seiner einzelnen Staaten nichts anderes sind, als die Summe der in vergangenen Jahren externalisierten finanziellen Schäden, welche sich jetzt als Kosten zurückmelden und unsere Gegenwart als sich selbst vergrößernder Sprengsatz bedroht.
Die Zittergemeinschaft jedoch versucht weiterhin, das Problem mit den gleichen Mitteln zu lösen, mit welchen es geschaffen wurde.
Sogar die Grünen, ehemals eine Partei, in welcher einzelne umfassend ökologisch denken konnten, sind zu einem Spießerhaufen verkommen und fordern derzeit die Auflegung von Eurobonds. Sie scheinen, ebenso wie alle anderen Parteien Europas, unfähig zu sein, wesentlich grundlegendere Lösungsansätze entwickeln zu können. Wo sind die Leute bei den Grünen hingekommen, die sich merken konnten, wo denn die zueinander passenden Bildkärtchen liegen?
Eurobonds sind ja nur eines von vielen Modellen, neue Schulden zu machen. Folglich meint grünes Denken hier: Handlungsfähigkeit kann nur mit immer neuen Schulden bewahrt werden. Solches Denken ist alles andere als nachhaltig und ökologisch.

Angela Merkel muss nach den xten Treffen mit Sarkozy wieder einmal Einvernehmen demonstrieren. Ihre neueste Idee europäisierter Wirtschaftspolitik ist ebenso hilfreich, wie wenn sich 25 Alkoholiker zukünftig bezüglich ihres Suchtstoffbezugs absprechen wollen, statt weiter alleine auf ihrem Zimmer zu saufen.

Im Kampf der Akteure mit den finanziellen Externalisierungsschäden vergangener Jahre ist die Analogie zu den ökologischen Schäden in Form von Schädigungen an den natürlichen Lebensgrundlagen unübersehbar. Auch hier wird lediglich versucht, die Probleme mit Mitteln jener Denkstrukturen anzugehen, die den jetzigen Zustand erst verursacht haben.
Die Energieproduktion wird auf neue Großfelder verteilt und zu Ungunsten anderer Dritter organisiert, statt Strukturen zu finden, in welchen sie regionalisiert, intelligent eingebunden und verträglich geschieht. Der Ressourcenverbrauch wird in Prozessen einerseits verschlankt, die Prozesse aber vervielfacht, statt das Wachstum qualitativen Wohlstands umgekehrt proportional zum Stoffverbrauch zu organisieren.

Ruhige Hände und einen wachen Kopf kann nur jener behalten, der die Denkstrukturen der Kapitalistischen Externalisierungswirtschaft hinter sich lässt und die Maßstäbe der Kategorischen Marktwirtschaft als die realistischen erkennt.
Dies ist die Idee, deren Zeit bald kommt und die jetzt noch pfuschende politische Flickwerkorgie hinweg fegen wird.

Juli 2011:
--- Unübersichtlichkeit, - auf den ersten Blick ein einfaches Wort, jedoch mit einer gewaltigen, bisher stark unterschätzten, Bedeutung.
Im Grunde charakterisiert Unübersichtlichkeit das Hauptproblem für die Unterlassung richtigen und rechtzeitigen Handelns in der Gegenwart auf allen gesellschaftlichen Ebenen .
Unübersichtlichkeit ist nicht nur der Hauptgrund für das Scheitern vieler Menschen in unserem Land gegenüber
ihres Alltags und seiner vielen Teilbereiche, ist also erste Ursache für Privatinsolvenzen, fehlerhaftes wirtschaftliches Entscheiden und sonstige kleinen Tragödien in Zusammenhang vieler Teilhabeversuche am Wohlstand. Unübersichtlichkeit ist oft auch die Ursache für das Scheitern von Betrieben, in welchen ganz normale Durchschnittsbürger mit dem Wust aus Regeln und Informationen, mit welchen sie zurecht kommen müssen, nicht mehr klar kommen. Ja Unübersichtlichkeit ist vor allem auch die Ursache für falsche und folgenschwere politische Entscheidungen bis hinauf in die obersten Ränge des Parlamentarismus.

Wenn die Europapolitiker mit dem Beschluss, dem bankrotten Griechenland mit vielen Milliarden Euros "helfen" zu wollen, in Wahrheit nur das Ende einer einigermaßen stabilen Zeitalters in Europa einläuten, hat dies neben Ignoranz und Selbstüberschätzung der Beteiligten viel mit der Unübersichtlichkeit der ihnen zugedachten Aufgaben zu tun. Was an politischen Handlungen der Öffentlichkeit vorgesetzt wird, ist nur scheinbar der jeweiligen "Herausforderung" gegenüber angemessen, in Wahrheit jedoch lediglich ein erneutes Scheitern an der Unübersichtlichkeit der sich stellenden Aufgabe.
Leider erweist sich dies erst einige Zeit später. Momentan beispielsweise können wir beobachten, wie die EU-Parlamentarier mit ihrem Universalrezept Rettungsschirm an der Realität vorbei argumentieren. Es geschieht gewissermaßen in Zeitlupe. Erst in der Rückschau in ein oder zwei Jahren wird klar werden, wie falsch sie gelegen hatten und wie viel günstiger es für alle Beteiligten gewesen wäre, den radikalen Empfehlungen nach Schuldenschnitt und Rückkehr zur Drachme in Griechenland zu folgen. Je mehr Ländern es ebenso geht wie Griechenland, desto absurder wird das Festhalten an der Rettungsschirmideologie und desto deutlicher wird die erbärmlich unfähige Rolle der Verantwortlichen etwas Wirkungsvolles tun zu können.

Auch in allen anderen wichtigen Bereichen, wo Politik neue Weichenstellungen einrichten müsste, ist das Scheitern an der Unübersichtlichkeit der eigentliche Grund für die Unausweichlichkeit des finalen Verhängnisses. Auch hier trübt die Langsamkeit der Entwicklungen die rechtzeitige Erkenntnis falsch zu handeln. Die momentane Energiepolitik, nicht nur die der Regierung, sondern etwa auch die von den Grünen vorgeschlagene, ist dem wirklich Notwendigen alles andere als angemessen.
Wenn CDU und FDP hier versagen, so ist dies für den objektiven Beobachter wenig verwunderlich. Wenn aber auch die sogenannte Ökopartei offenbar nicht mehr vollständig ökologisch denken kann, so ist dies mehr als bedenklich. Wie anders als durch faktische Kapitulation an der Unübersichtlichkeit ist es zu erklären, dass aus den Reihen der Grünen immer häufiger nur noch losgelöste Einzelrezepte proklamiert werden, die zwar für sich betrachtet als Alternative erscheinen, im Wechselspiel aber mit allen Faktoren der gesellschaftlichen Realität, also ökologisch sind und sämtliche Querbeziehungen berücksichtigen, unbefriedigend ja sich oft als kontraproduktiv erweisen.
Hier sind grüne Politiker zu oft ebenso naiv, wie viele grüne Wähler an der Basis, die sich innerhalb der kleinen Details ihres Alltags ganz und gar nicht ökologisch verhalten. Sie sind nicht bereit, die universelle Existenz der Unübersichtlichkeit und der menschlichen Unfähigkeit, dieser gegenüber richtig zu handeln, anzuerkennen. Wenn sie dies täten, wüssten sie, dass es nicht hilfreich ist, angesichts der Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen von oben herab Alternativen zu erdenken und einzuführen. Sie wüssten, dass es nur dann zu einer nachhaltigen Energieversorgung in möglichst kurzer Zeit und zu einer ressourcenschonenden Konsumgesellschaft kommen kann, wenn dies über die Einführung einer entsprechend zielgerichteten Dynamik geschieht.
Folgendes Bild verdeutlicht das hier gemeinte:
Ein Fahrzeug kann über eine kurvige Strecke niemals mit dem Anfangsschub und einer voreingestellten Lenkrichtung ins Ziel kommen. Genau dies versuchen aber sämtliche Gesetze der Regierung und die meisten Vorschläge der Grünen, mit welchen eine nachhaltige, also ökologische Entwicklung erreicht werden soll.
Das Ziel jedoch kann nur mittels ständigen und rechtzeitigen Lenkbewegungen auf der gesamten Distanz bis dorthin erreicht werden. In dem Fahrzeug wäre der Fahrer hierfür zuständig, der permanent auf die jeweilige Situation, sekündlich und meterweise mit Lenkkorrekturen reagiert.
Auf dem Weg in die nachhaltige Gesellschaft wäre die lenkende und "denkende" Kraft eine Dynamik, die unterwegs korrigiert, was wir jetzt noch gar nicht wissen können, weil der Weg viel zu unübersichtlich ist. Auf diesem Weg lässt sich die übermenschliche Unübersichtlichkeit nur mit der Kategorischen Marktwirtschaft bewältigen. Nur sie kann es für uns wahrscheinlich machen, das Ziel überhaupt erreichen zu können.
Wer etwas anderes erzählt ist ein Lügner oder ein Aufschneider, so wie momentan gerade die Leute, die Europas Bankrott mittels Schuldenvermehrung verhindern wollen.

Juni 2011:
--- Die wohl wichtigste Meldung des Monats Mai war diese: "Nach Angaben der Internationalen Energieagentur IEA stieg der Kohlendioxid-Ausstoß 2010 um insgesamt 1,6 Gigatonnen an, das ist laut IEA der bisher höchste Anstieg seit Beginn der Messungen." (DPA-Meldung, hier in FAZ) "Insgesamt betrug die CO2-Emission 2010 weltweit 30,6 Gigatonnen." (Die Zeit)

In allen großen Zeitungen stand es zwar drin, war jedoch am nächsten Tag schon vergessen.
Ja aber: Welch deutlicheren Beweis kann es denn dafür geben, dass sämtliche Bemühungen der Staaten, den Treibhauseffekt noch abzuwenden vergeblich sind?
Genauer: Welch deutlicheren Beweis kann es denn für die Tatsache geben, dass alle wohlscheinenden Klimaschutzziele nur nutzlose Fassade und zweckfremder Aktionismus sind, im Prinzip nur dazu da, um die alte klimaschädliche Wirtschaftspolitik möglichst unverändert weiterführen zu können? Ist denn die Verwunderung von IEA-Chefökonom Fatih Birol wirklich echt, der gegenüber der britischen Zeitung The Guardian sagte: "Das sind die schlimmsten Nachrichten zum Thema Klima. Es wird zu einer außerordentlichen Herausforderung, wollen wir das Ziel noch erreichen und die Klimaerwärmung unter zwei Grad halten."?

Entweder ist dieser Mann hoffnungslos naiv oder er sitzt in der IEA nur deshalb, weil sich eben nichts Entscheidendes an der weltweiten Energieerzeugung ändern soll, ob qualitativ oder quantitativ. Genau die gleiche Feststellung muss man zu allen anderen Politikern und Funktionären auf diesem Gebiet treffen. Oben predigen sie alle und unter ihnen wird alles zertrampelt.

Je weniger gehandelt wird, desto mehr wird geredet. Der deutsche Journalismus lässt sich bis auf wenige Ausnahmen abermals bereitwillig missbrauchen und verbreitet unreflektiert das Unwort ENERGIEWENDE. (Stefan Hebel dazu auf Dradio) Dieses Wort ist ja eigentlich eine komplette Propagandaaktion in nur drei Silben. Nur einmal habe ich auf Dradio einen Redakteur der Ortszeit von der "sogenannten Energiewende" sprechen gehört.
Eine Energiewende, die dieses Wort verdient, findet nicht mal in Ansätzen statt. Ja analog zum sogenannten Klimaschutz kann man die In-Umlauf-Bringung dieses Wortes gerade als Indiz dafür deuten, dass eine Wende gerade nicht geplant ist und unter strikter Beibehaltung des aktuellen, energieverschwenderischen Wirtschaftssystems lediglich etwas blind in der Luft herumverbalisiert werden soll.

Auch lässt sich das nächste Multimilliardenprojekt für die deutsche Industrie mittels Wenderhetorik rechtfertigen, ein neues Stromtrassennetz, die sogenannten Energieautobahnen. Ein umfangreicher Netzausbau in der heutigen Situation ist vom eigentlichen Nachhaltigkeitsgedanken her jedoch grottenfalsch.
Hier soll der dritte Schritt vor dem ersten gemacht werden.
Erster Schritt wäre die Beantwortung der Frage: Wie viel Energie brauchen wir eigentlich noch, wenn wir alle Einsparungsmöglichkeiten nutzen? Und: Wie bekommen wir alle einzelnen Individuen dazu, so schnell wie möglich entsprechend zu handeln?
Die Antwort auf beide Fragen wäre: Alle erdenklichen bisher externalisierten Kosten einer jeden Form von Energieerzeugung müssen vollständig und für alle Energieverbraucher auf die Preise aufgeschlagen werden!
Um es also abermals zu sagen: Problemlösung kann nur mittels Einführung der Kategorischen Marktwirtschaft gelingen.
Der zweite Schritt wäre, alle neuen Arten von flächendeckender, regionaler Energieerzeugung zu finden und zu ermöglichen. Wie können wir dies schaffen? Antwort wie beim ersten Schritt oben: Ebenso, wie vervielfachte Energiepreise zu schnellen Einsparungen führen, lassen sich mit ihnen unbekannte Wege zu günstigen und regional verteilten Energieerzeugungsmöglichkeiten finden.
Erst danach, als Voraussetzung für den dritten Schritt, können wir wissen, wie viel in Offshoreanlagen erzeugter Strom noch von Nord nach Süd gebracht werden muss, welche neuen Stromleitungen also gebraucht werden.
Da aber jetzt nur der dritte Schritt politisch behandelt wird, lässt sich auch hier nur wieder die obige Analogie erahnen. Aus einem neuen Sachzwang und verknüpft mit einer halbwahren Fassade sollen nicht die natürlichen Lebensgrundlagen gerettet, sondern neuer mächtiger Profit ermöglicht werden.

Mai 2011:
--- Fast täglich drängen sich neue bittere Realitäten ins Bewusstsein des Homo konsumens oder Homo egoökonomikus, wie man unsere gegenwärtig handelnde Menschheitsspezies nennen könnte, und führen doch nur zu leerem Gerede und Beibehaltung aller Ignoranz.

Europa geht langsam aber sicher bankrott. Alles, was es dagegen aufbringt, Rettungsschirme, Umschuldungen Sparprogramme und Konsolidierungsbemühungen, ist nichts als bloße Konkursverschleppung. Nichts davon dient auch nur einer Spur von Umsteuerung.
Europa klammert sich an den Aberglauben, dass es mit demselben Wirtschaftssystem, welches in die Misere geführt hat, auch wieder heraus kommen könnte. - Und niemand in der europäischen Politik traut sich, einen neuartigen, wirklich entscheidenden Schritt zu entwerfen, geschweige denn, ihn zu beginnen. Wirtschaftswissenschaftler, die von kontrollierter Auflösung der Eurozone, Rückkehr zu Staatswährungen oder Teilung des Euroraumes reden, werden, wie etwa von dem grünen Europaabgeordneten und Attacgründer Gigold als "Buchautoren", verunglimpft oder ignoriert.

Andere Schäden unseres Wirtschaftens, wie vor allem die ökologischen, werden ebenfalls nur verschleppt, statt endlich durch entschiedenes Umsteuern unterbunden. Fukushima war offensichtlich nicht genug. Heute verschwendet der Durchschnittsbürger in Deutschland ebenso viel Energie, wie vor dem folgenschweren Tsunami im März vor Japan.
Zwar tönt aus der Politik und aus den Medien endloses Gerede von einer Energiewende, die jetzt eingeleitet werden soll, aber weder logisch nachvollziehbare Gesetzesänderungen, geschweige denn ein ernstzunehmender Ansatz, die Wende in eine nachhaltige Wirtschaft marktwirtschaftlich erwachsen zu lassen, sind dazu erkennbar. Ein Politisches Feuilleton auf Dradio zu diesem Thema
("Man könnte meinen, es sei etwas passiert. Nach Fukushima und Atomausstieg hat der politisch-publizistische Komplex die "Energiewende" entdeckt. Jetzt reden wir nicht mehr nur vom Abschalten, jetzt steigen wir ein ins Zeitalter der erneuerbaren Energien. Jedenfalls verbal."- Stephan Hebel), kann die wahre Dimension der Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit nur streifen.

Ein Drittel aller Lebensmittel in Nordamerika und Europa werden, obwohl noch einwandfrei und essbar, weggeschmissen, bis zu 115 kg pro Person im Jahr. So steht es in einer Studie im Auftrag der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), die Anfang Mai auf dem Kongress Save Food in Düsseldorf vorgestellt wurde. Die Dekadenz unter den meisten Menschen der Industrieländer ist erschreckend, die Ignoranz gnadenlos und der offensichtliche Hang zu maximaler Bequemlichkeit auf Kosten Anderer entmutigend.
Harte Maßnahmen wären nötig, der Homo konsumens muss zur Abkehr von der gewohnten Verprassung natürlicher Lebensgrundlagen gezwungen werden.
Dafür braucht man keine Gewehre, sondern lediglich das richtige Wirtschaftssystem. Man braucht die Kategorische Marktwirtschaft, wie sie von Zukunftslobby skizziert wird.
Hebel sagt: "Wenn das ein Ende haben soll; wenn wir wollen, dass öffentliches Reden und politisches Handeln wieder zusammenrücken, dann wird der Druck aus der Gesellschaft kommen müssen. Von aktiven Bürgern, aus der Wissenschaft, auch aus Medien, die sich dem Schlagwort-Populismus entziehen. Man wird dem Politik-Betrieb Beine machen müssen. Damit er nicht noch ein Fukushima braucht, um zu handeln."
Bei Zukunftslobby fragen wir uns, wie wir der Gesellschaft zeigen können, dass sich dem Politikbetrieb nur mit der Kategorischen Marktwirtschaft, gefordert von vielen Tausenden, Beine machen lässt.

Vielleicht gehts auf ähnlich neuartige Weise, wie sie ein Sechszehnjähriger in den USA versucht. "Ich bin 16 Jahre alt. Heute früh habe ich eine Klage gegen die Vereinigten Staaten von Amerika eingereicht, die es zulässt, dass Geld wichtiger ist als das Überleben meiner Generation, und die Entscheidungen trifft, die unser Recht auf einen sicheren und gesunden Planeten bedrohen..." Zum Artikel
Ebenso schlägt es auch Zukunftslobby schon seit längerem vor.
Politiker, die nichts gegen die Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen unternehmen, die nur herumlabern, wenn sie damit einer momentanen Stimmung unter den ansonsten ebenso dekadenten Durchschnittsbürgern gefallen, aber auch andere Größen mit der Möglichkeit, die öffentliche Meinung zu beeinflussen, wie etwa Medienschaffende, sind genaugenommen Verbrecher gegen die Menschlichkeit, und sie gehören dafür auf die Anklagebank, angeklagt von möglichst vielen noch objektiv denkenden Menschen, die dies als eine Pflicht ihren Kindern und Enkeln gegenüber empfinden.

April 2011:
--- Alle Jahre wieder veröffentlichen die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute ihr Frühjahrsgutachten mit neuen Vorhersagen für das Wirtschaftswachstum. Und ebenfalls alle Jahre wieder lassen sich die Medien von der künstlichen Euphorie anstecken und berichten freudig von den vermeintlichen Segnungen, die jetzt auf uns zukommen sollen.
Vergessen ist dann wieder alle frühere Erfahrung, dass die Arbeitslosigkeit in ihrer tieferen Struktur mit dem quantitativen Wachstum wenig zu tun hat, dass die rechnerischen Mehreinnahmen des Staates lediglich marginale Sümmchen angesichts der auch wieder in diesem Jahr notwendigen Neuverschuldung sind oder dass ein eventueller Anstieg der Verbrauchernachfrage identisch mit einem Anstieg von Ressourcen- und Energieverbrauch, Müllproduktion und allerlei sonstigen Kostenexternalisierungen auf Kosten der nachfolgenden Generationen ist.
Vergessen sind dann alle Aussagen von Sozialforschern über die weiter sinkende Qualität menschlicher Arbeit in der Industriegesellschaft und die Warnungen über das Ansteigen sozialer Folgekosten durch die ungebremste Ausweitung des Niedriglohnsektors, in welchem die Menschen von ihrer Arbeit nicht leben können.
Vergessen ist das tief verankerte strukturelle Problem unserer Gesellschaft, das täglich laufende Staatsgeschäft nur mit eigenmächtig erteilten, gigantischen Subventionen, ob finanziell, sozial, ökologisch oder außenpolitisch, aufrecht erhalten werden kann.
Warum lädt man sich, wie etwa in Deutschlandradio Kultur, immer wieder ernstzunehmende Fachleute zum Gespräch und Interview ein, welche die negativen Zusammenhänge zwischen quantitativem Wachstum und hieraus folgenden Problemen durchschauen und schildern, wenn man dann bereitwillig alle veröffentlichten Vermutungen der sogenannten Wirtschaftsweisen wie bare Münze nimmt und ausschließlich deren geschönte Heilserwartungen weitergibt?
Bald folgt jetzt die entsprechende Konjunkturprognose der Bundesregierung und anschließend natürlich ausgiebiges Eigenlob des Wirtschaftsministers, der Kanzlerin und anderer schwarz-gelben Parteipolitiker.
Dabei sieht es eigentlich äußerst düster aus unter der Fassade.
Die Eurozone befindet sich gerade in einer Zwischenphase ihres Niedergangs. Alles setzt auf den sogenannten Rettungsschirm mit ähnlich grenzenloser Naivität wie der kleine Junge, der mit einem Regenschirm aus dem fünften Stock springen will.
Der Rettungsschirm rettet nicht Staaten, sondern sichert Banken und Kreditgeber ab. Dabei wird mit keinem Cent der kaputte Boden des Fasses von Staaten wie jetzt Portugal wiederhergestellt. Die bewilligten 80 Milliarden Euro werden den Bankrott dieses Landes, wie der gesamten Eurozone danach, nur verzögern können. Die Beibehaltung des alten Verständnisses von Wirtschaftswachstum und dessen Nebenwirkungen, wird als der Hauptgrund für diesen Bankrott erkannt werden, wenn es zu spät ist.

--- In unsere Region lag bis Ende März der neue Regionale Raumordnungsplan mitsamt dem Teilplan Windenergienutzung aus. Mit vier anderen Bürgern unseres Ortes haben wir einen Einspruch dagegen verfasst und eingereicht.
Grundsätzlich: Momentan werden beim Ausbau der Windenergie in Deutschland einige falsche Prioritäten gesetzt. Der Offshoretechnik vor der Küste in Nord- und Ostsee wird zu viel Aufmerksamkeit gewidmet. Ihre Möglichkeiten werden überschätzt, ihr hoher Preis und die massiven Probleme unterschätzt. Damit aber mehr Windenergieanlagen an Land errichtet werden können, braucht es eine erweiterte Ausweisung entsprechender Vorrangflächen unter besserer Einbindung der regionalen Ortsansässigen und Kommunen.
Die Argumentation in unserem Einspruch ist auch auf andere Regionen Deutschlands übertragbar. Bei Interesse kann der Text Hier heruntergeladen werden.

März 2011:
--- Ein Titel der früheren Frankfurter Kultband Flatsch von deren dritten Album aus dem Jahr 1983, ist angesichts der Ereignisse in den japanischen Reaktorblöcken wieder hochaktuell. Der Song "Heile, heile Gänsje" verdeutlicht verblüffend genau die Rolle der Politik bei einem solchen fürchterlichen Drama, aber auch die Dummheit derer, welche diese arroganten und verantwortungslosen Politiker in deren Machtposition gewählt haben.
Mit aktuellen Bildern der Reaktorblöcke unterlegt, kann man sich den Titel jetzt auf Youtube anhören: Hier

--- Haben die atomaren Unfälle in Kernkraftwerken Japans nach dem Erdbeben nachhaltige Auswirkungen auf die Energiepolitik, ja auf das von konventionellen Energieträgern abhängige Wirtschaftssystem Deutschlands?

Die Regierungskoalition unter Angela Merkel rudert jetzt, Mitte März, zunächst mal eifrig zurück. Merkel will die Kraftwerke "überprüfen lassen", was immer das auch heißen mag. Was aus diesem
PR-Blendkracher heraus kommt, Verwässerung und Zeitgewinn, wissen wir längst. Zu vermuten steht, dass Union und FDP lediglich Sorge um die Ergebnisse ihrer Parteien bei den anstehenden Wahlen haben.
Nachdem sich das beste Pferd im Stall, Herr plagdok. Guttenberg, hinter seiner gestylten Fassade als gewöhnlicher Esel entpuppt hat, wird nun weiteren Unionswählern die Realitätsfremdheit von Merkels Truppe mehr als deutlich.

Doch selbst wenn hier die Bild-Zeitung
die deutschen Stammtische zur Atomkraft nicht mit Solidaritätsbekundungen wie bei Guttenberg umstimmt, was wird sich ändern? Vielleicht stellt man gar Altkraftwerke wie Isar 1 jetzt endlich ab, wo dies mittlerweile auch aus den Reihen der CSU gefordert wird, oder macht die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke wieder rückgängig. Nur haben wir damit noch lange kein nachhaltiges Wirtschaftssystem mit Energieformen, die keine Schadkosten verursachen, welche, wie derzeit noch selbstverständlich, auf die Allgemeinheit und die nachfolgenden Generationen abgewälzt werden.
Es wird vielmehr so sein: Je mehr der alten wirtschaftlichen Standards als untragbar und gefährlich eingestuft werden müssen, umso mehr werden sich die Regierungen auf kontraproduktive Aktionismen wie Biosprit E10 und Energiesparlampen beispielsweise verlegen.

Der wichtigere Ausstieg, der Ausstieg aus dem herrschenden Wirtschaftssystem, steht nach wie vor nicht zur breiten Diskussion. Damit werden wir auch alle tagtäglich von diesem System verursachten und externalisierten Schäden und Schadkosten weiterhin ertragen müssen. Die allerwenigsten davon sind so spektakulär wie derzeit das Geschehen in Fukushima, in der Summe jedoch noch verhängnisvoller.
Vielleicht aber wird die Lösung gerade jetzt in der Zeit eines bevorstehenden Gaus in Japan besser vorstellbar. Zukunftslobby propagiert schon seit Jahren die vollständige Internalisierung aller vorstellbarer Schäden in die Preise der hierfür verantwortlichen Wirtschaftsprodukte. Dadurch würden diese Produkte mehr oder weniger unrentabel, und ganz von alleine treten verträglichere Produkte an deren Stelle.
Wie diese Kategorische Marktwirtschaft funktioniert, wird etwa am Beispiel Atomkraft verständlich, wenn man
zur Errechnung des gerechten Preises für Atomstrom die von Zukunftslobby hier veröffentlichte Prognosstudie heranzieht. Übertragen nach Japan, wäre dort der Bau von mittlerweile über 50 Atomkraftwerken wohl gar nicht erfolgt, und zu den schweren Zerstörungen durch das Erdbeben kämen dann nicht auch noch die atomaren Bedrohungen hinzu.

In Deutschland kann man sich nur wünschen, dass zumindest die Atomparteien endgültig als Staatslenker verschwinden, nicht nur weil sie immer neue scheinargumentative Tricks zum Festhalten an der Atomkraft auf den Tisch werfen, sondern weil mit ihnen am allerwenigsten über die grundsätzliche Abkehr vom derzeitigen zukunftsbelastenden Wirtschaftssystem geredet werden kann.
Nicht in Gottes Hand sind wir Bürger, wie es Angela Merkel zum Geschehen in Japan bemerken musste, sondern in Merkels Hand und der Hand ihrer Ideologiekollegen, die uns Bürgern aus Machtgelüsten und Dummheit
die Wende in eine bessere Zukunft vorenthalten.

--- Wie die wirkliche Zustimmung der Bevölkerung zu den Parteien aussieht, erfahren Sie an dieser Stelle immer im Anschluss an die jeweils nächste Landtagswahl. Wir sagen ihnen, wie viel Prozentpunkte die Parteien von allen Wahlberechtigten bekommen haben. - Demnächst hier.

Februar 2011:
--- Nachdem nun auch Ghaddafi strauchelt, offenbaren sich so manche Zusammenhänge zwischen westeuropäischer Wirtschaft und den nun gefährdeten Regimeführern.
Ganz bequem hatte man es sich hierzulande in etlichen Sparten auf den diktatorischen Zustand dort eingerichtet, hat Waffen verkauft an Ägypten, Polizeitechnik an Bahrein, Flugzeuge und Schnellfeuergewehre an Libyen, hatte günstigen Zugang zu Erdöl und Suezkanal, konnte sich darauf verlassen, dass mit Flüchtlingen kürzerer Prozess gemacht wurde, als in Westeuropa offiziell möglich, usw.
Dann zeigte sich die Schnecke Europa wieder einmal überrascht und ratlos. Von unserem Empörungsminister Westerwelle kam das unterste Mindeste, um das darüber Hinausgehende nicht denken zu müssen.
Richtig ist, dass wir jetzt noch nicht mal aktiv gegen Mörderbanden in Libyen helfen können, weil wir das Vertrauen der Bevölkerung in Nordafrika über die vielen Jahre des Geschäftemachens und Wegschauens gründlich verspielt haben.
Wird Europa es schaffen, die Menschen dort endlich, mit allem ihnen Eigenen und allem sich von Unserem Unterscheidenden, ernst zu nehmen? Wir hätten die Chance, es besser zu machen, doch wahrscheinlich kommt da auch wieder die weststaatliche Geschäftemacherei dazwischen, die im herrschenden Wirtschaftssystem nicht auszurotten ist und die sich nach jedem Ereignis immer wieder nach vorne drängen kann.
Alles, was an finanziellen Belastungen im Zusammenhang mit den Entwicklungen in Nordafrika jetzt auf die westlichen Staaten zukommt, sind aus den früheren Geschäften externalisierte politische Schadkosten, die sich jetzt erst manifestieren und von der Allgemeinheit zu begleichen sind.
Hätten wir dies mal früher bedacht, und statt an Geschäfte, an die Förderung demokratischer und menschenachtender Zustände, an Begegnungen streng auf Augenhöhe mit dem ganzen Volk und mit Respekt vor nordafrikanischer Kultur geachtet. - Ja, dann wären die Geschäfte über die vielen Jahre nicht so profitabel ausgefallen.

--- Ergebnisse der Hamburgwahl, natürlich nicht die offiziell verkündeten, sondern die ungeschönten, die Prozentpunkte der Parteien von allen Wahlberechtigten, finden sich Hier
Hier erst zeigt sich, dass auch die SPD gegenüber der letzten Wahl in Wirklichkeit verloren hat, und außerdem, wie es insgesamt mit dem Zuspruch für die Parteien bergab geht. - Wird noch um die anderen Bundesländer ergänzt. - Andere Wahlergebnisse vorerst Hier

--- Nachdem der tunesische und der ägyptische Machthaber vertrieben wurde, entsteht eine Art Aufbruchstimmung in allen anderen autoritär regierten arabischen Staaten.
Aber leider nur dort.
Unsere Machthaber hier sind auf eine andere Art und Weise ebenso autoritär. Nach außen hin mit dem demokratischen Mäntelchen, pflegen sie nach wie vor ein diktatorisches Wirtschaftssystem, welches weniger
wie in Nordafrika und Kleinasien die gegenwärtige Bevölkerung unterdrückt und ausbeutet, sondern die zukünftig lebende Bevölkerung.
Momentan muss das deutsche Volk schon in jedem Jahr allein 70 Milliarden Euro nur an Zinsen für die Staatsschulden aufbringen. Dieses Geld ist einfach weg, dafür bekommen wir absolut nichts. Und in jedem Jahr wird die Summe höher.
Die nachfolgenden Generationen werden sich bedanken, wenn sie einmal dreistellige Milliardenbeträge pro Jahr erwirtschaften sollen, bevor sie einen Cent ausgeben können, für Projekte ihrer Väter und Mütter und ihrer Großväter und Großmütter, ja für Projekte, die keinerlei nachhaltigen Wert erbracht haben.
Dazu kommt noch die Zerstörung von ökologischen und sozialen Lebensvoraussetzungen, auch eine ungeheure Art von Verschuldung und ein Verbrechen an unseren Kindern und Kindeskindern.
Ist dies nicht eine dramatische Form von Gewalt, die von unserer parlamentarischen Kaste an jenen, die sich jetzt nicht wehren können, verübt wird?
In Berlin ist der Volksentscheid für die Offenlegung aller Unterlagen zum großen Wasserdeal gelungen. Schaffen es die Bürger, den privaten Investor und auch die zugehörigen Politiker ins Exil zu vertreiben?
Zeit wäre es, dass auch wir die vielen Mubaraks auch aus unserem Land verweisen.
Wir müssen bei Bürgerprotesten zukünftig nur aufpassen, nicht, wie bei Stuttgart 21, wieder vergeißlert zu werden.


Januar 2011:
Die beiden herausragenden Themen in diesem Monat waren sicherlich Dioxin im Tierfutter und abermals der Krieg in Afghanistan.

-- Der Dioxinskandal offenbart lediglich den darunter liegenden weitaus gravierenderen Skandal. Es sind dies die Umstände, wie in Deutschland die Fleischproduktion betrieben wird und ganz allgemein, wie wir unsere Lebensmittel produzieren. Wie in Deutschland ist es auch in den anderen Industrieländern, wenn dort auch die Verarbeitung technischer Fette zu Tierfutter momentan nicht am Pranger steht.
Man muss gar nicht groß kommentieren, wie
die politischen Parteien mit den Vorfällen umgegangen sind. Die Opposition versucht der Regierung eine Mitschuld anzuhängen, die Landwirtschafts- und Verbraucherministerin wiegelt ab und entdeckt kriminelle Machenschaften bei den Futterproduzenten. Der deutsche Bauernverband weint und stöhnt auf und betont trotzdem weiter reflexartig seine Ablehnung der biologischen Landwirtschaft gegenüber. Die Grünen bekommen wieder Oberwasser, teilweise zu Recht, da sie als einzige Partei grundsätzliche Änderungen der Strukturen anstreben. Allerdings bleibt unklar, wie diese genau aussehen sollen.

Mit das beste dazu kam von Felix Prinz zu Löwenstein, Öko-Landwirt aus Südhessen und Vorsitzender des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft. Er sprach auch auf der Demo "Wir haben es satt!" am 22. Januar in Berlin. Löwenstein sagte, um was es mittlerweile gehen muss. Er will eine gesellschaftspolitische Diskussion anstoßen zu drei Punkten:
a) Wie dürfen wir mit Tieren umgehen?,
b) Welche Belastung der Natur wollen wir dafür in Kauf nehmen?,
c) Wie sollen wir mit den Ressourcen der Welt umgehen, die nicht uns gehören?
Damit sieht er das Thema ähnlich wie es auch Zukunftslobby betrachtet. Löwenstein betont, man müsse eine Änderung des Systems anstreben. Es müssten endlich auch Kosten in die viel zu niedrigen Fleischpreis, die von der konventionellen Landwirtschaft verursacht würden. Beispielsweise wären 20 % des Ostseebodens mittlerweile praktisch biologisch tot, weil jährlich aus der konventionellen Landwirtschaft und aus den Großställen der Massentierhaltung jährlich 600.000 Tonnen Phosphor und 1,5 Millionen Tonnen Stickstoff dort hinein gerieten.
Insofern werden Felix Prinz zu Löwenstein und der BÖL sicherlich auch begeisterte Sympathisanten unseres Konzeptes von der Kategorischen Marktwirtschaft sein.
Wer sich die Zeit nehmen kann, soll sich doch das Gespräch auf Deutschlandradio Kultur mit Löwenstein und Achim Spiller, Professor für Marketing für Agrarprodukte und Lebensmittel an der Georg-August-Universität in Göttingen, vom 22. Januar anhören. Zusammen mit den dazugeschalteten Hörermeinungen war dies höchst interessant. Als mp3 zum Herunterladen Teil 1 und Teil 2, sowie als Flash zum Gleichhören ebenfalls Teil 1 und Teil 2. (Leider nur 6 Monate im Netz verfügbar, also vorher herunterladen)

-- Zum Dauerthema Afghanistan und dem Militäreinsatz des Westens dort gab es die Meldung, der Bundestag, genauer, die drei Altparteien SPD, UNION und FDP, haben den Bundeswehreinsatz jetzt bis Anfang 2012 verlängert. Den armen Soldaten wird weiterhin vorgegaukelt, sie würden dort unsere Freiheit verteidigen und ohne ihre Präsens, würde es im Land am Hindukusch nur viel schlimmer werden.

Ebenfalls auf Deutschlandradio Kultur gab es dazu am 29. Januar ein Gespräch mit Reinhard Erös, Oberstarzt a. D. und Begründer der "Kinderhilfe Afghanistan".
Dradio: "Ob die internationalen Truppen bis dahin dem Land in Hinsicht auf die Lebensqualität, Bildung, Demokratieentwicklung oder Sicherheit etwas Bleibendes hinterlassen, ist indes fraglich. Die bisherige Bilanz ist ernüchternd: Noch immer lebt der größte Teil der Afghanen am Existenzminimum. Einem aktuellen Bericht der Vereinten Nationen zufolge hat sich die Zahl der Selbstmordattentate mit mehreren Attentätern seit 2009 verdoppelt, Rebellen ermordeten wöchentlich 21 Menschen, dreimal so viele wie im Vorjahr.
Doch es gibt auch Erfolgsgeschichten - und diese offenbar nicht aufgrund, sondern trotz des Engagements des Westens und der Nato. Eine dieser Erfolgsgeschichten ist die der "Kinderhilfe Afghanistan". Ihre Gründer Reinhard und Annette Erös engagieren sich seit 1985 in Afghanistan und betreiben mittlerweile Dutzende Schulen, Ausbildungsstätten, Waisenhäuser und Krankenstationen in den besonders gefährdeten Ostprovinzen. Der ehemalige Oberstarzt der Bundeswehr kennt Land und Menschen wie kaum ein anderer.
".
Wer wirkliches Insiderwissen um die Verhältnisse im Land und um die politischen und kulturellen Hintergründe des Krieges hören möchte, dem sei empfohlen, sich das zweistündige Gespräch vom 29.1.2011 noch einmal anzuhören. Als mp3: Teil 1 und Teil 2, als Flash zum Gleichhören Teil 1 und Teil 2 (leider nur 6 Monate im Netz verfügbar, also vorher herunterladen) Auch Link zu Kinderhilfe Afghanistan