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Im
Dezember 2009 aktuell:
Sagen wir
es mal so: Das Treffen der Staaten in Kopenhagen, wo
ein Fortschritt in der globalen Klimapolitik erzielt werden
sollte, ist ausgegangen, wie geplant.
--- Geplant war der Handlungsverzicht derjenigen Staaten,
die vom CO2-Ausstoß wirtschaftlich am meisten profitieren.
--- Geplant war, die schwächsten Staaten aus Afrika und
den pazifischen Inseln, denen entweder die letzten Wasserbestände
bald austrocknen und keine Nahrungsmittelproduktion mehr gelingt,
bzw. deren Land in steigenden Wassermassen versinkt, anzuhören
und zu opfern.
--- Geplant
war, eine Erwärmungsbegrenzung auf 2 Grad international
zu etablieren, unabhängig von der Tatsache, dass bei
2 Grad durchschnittlicher, globaler Temperaturerhöhung
die meisten Katastrophen nicht mehr abzuwenden sind. Die großen
Eismassen, wie in Grönland und dem Himalaja werden abschmelzen,
die Temperatur in Afrika steigt um über 3,5 Grad an,
allein infolge der Ausdehnung durch Erwärmung nimmt das
Meerwasservolumen enorm zu und steigt stellenweise bis über
einen Meter an.
--- Geplant war, die Öffentlichkeit mit verwirrenden
Zahlenspielen im Unklaren zu halten. Niemand soll merken,
dass die aufgestellten Verhandlungsziele, selbst wenn diese
hätten voll erfüllt werden können die Klimaveränderungen
nicht aufhalten.
In einem ersten Vertragsentwurf lagen den Ministern aus 192
Staaten am 12.12. in Kopenhagen folgende Zahlen vor: Bis 2050
sollen alle Länder ihre Emissionen von klimaschädlichen
Treibhausgasen um 50 bis 95 Prozent verringern. Die Industriestaaten
sollen ihre Emissionen bereits bis 2020 um 25 bis 40 Prozent
reduzieren. Allerdings sind diese Vorhaben an den 1990 erreichten
Werten gemessen, das heißt, unter die im Jahr 1990 emittierten
Kohlendioxidmengen wird es schon mal gar nicht gehen. Man
muss verstehen: die Treibhausgasemissionen sollen, wenn überhaupt,
nur relativ, nicht aber absolut gesenkt werden. Betrachtet
wird nur der jährliche Neuaustoß, und hier auch
nur der, welcher über dem Wert von 1990 liegt. Die Täuschung
hier ist vergleichbar mit der finanziellen Staatsverschuldung.
Hier ist auch immer nur die Rede von einer Senkung der Neuverschuldung,
also des Betrags, um den die Gesamtverschuldung in jedem Jahr
aufs neue steigt. Selbst wenn die Neuverschuldung auf Null
gesenkt werden kann, sind die Zinsen für die Gesamtschuldensumme
immer noch zu bezahlen.
Auch bei den Emissionszielen wird nur über die Reduktion
des jährlichen Zusatzausstoßes nachgedacht. Im
günstigsten Falle, von dem wir nach Kopenhagen weit entfernt
sind, wird der schlimmste Fall der globalen Klimaentwicklung
nur um ein paar Jahre in die Zukunft verschoben.
--- Geplant war, dass die EU-Staaten unbeschadet aus den Verhandlungen
kommen. Wenn man auf noch bösere Jungs wie China, die
USA, Indien oder Brasilien zeigen kann, ist der normal Böse
stets der Gute. Die EU-Staaten hatten gnädigerweise zugesagt,
ihren Ausstoß an Kohlendioxid bis zum Jahr 2020 um 30
Prozent, statt wie bisher um 20 Prozent, zu reduzieren, vorausgesetzt,
dass sich auch die USA und China zu größeren Schritten
verpflichten. Hier konnten sie sich auf die beiden Haupt-CO2-Emittenten
voll und ganz verlassen.
Der Plan
von Zukunftslobby demgegenüber ist, diesem Aktionismus,
der lediglich ein Verwalten des globalen Niedergangs ist und
im besten Falle einige Symptome behandelt, mit der konkreten
Vorstellung eines wirklich nachhaltigen Wirtschaftssystems
zu begegnen. Nach Kopenhagen muss die Forderung nach einer
grundsätzlichen Lösung, nicht nur des Kohlendioxidproblems,
noch entschiedener gestellt werden.
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28.September
2009:
Nach
der Wahl von gestern werden Fragen laut, ob die SPD überhaupt
noch als eine Volkspartei bezeichnet werden kann.
Wir meinen: Auch die CDU ist keine Volkspartei mehr, denn sie
ist mittlerweile in der Wählergunst auf weniger als ein Viertel
der Stimmen von allen Wahlberechtigten abgesackt.
Deutschland
hat jetzt eine Regierung, die
nur noch von gut einem Drittel der deutschen Wahlberechtigten
gewählt wurde.
Wir meinen: Dies führt den Sinn unseres ach so gelobten demokratischen
Systems ad absurdum.
Die Gruppe der
Nichtwähler hat mehr als doppelt so stark (um 6,9 %) zugelegt,
wie die
so viel beachtete
FDP.
Wir meinen: Wie stark muss die Wahlbeteiligung
noch absinken, damit die scheinbar legitimierten Minderheitsregierungen
in Deutschland als absolut nicht dem Sinne einer Demokratie entsprechend
in Frage gestellt werden?
Das Ergebnis
für
die FDP ist
zwar das beste in Ihrer Nachkriegsgeschichte, es
liegt aber, bezogen
auf alle Wahlberechtigte,
nur 0,9% über ihrem Ergebnis von 1980.
Zu
den Tabellen und Zahlen
30.August
2009: Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen
und im Saarland. Ergebnisse
hier
7.Juni 2009:
Europawahl. Ergebnisse
hier
Februar
bis Juni 2009
Die wirklichen
Gründe für diese weltweite Krise der neuen Dimension
werden von den Parlamentariern nicht verstanden,
und deshalb sind diese auch nicht fähig, wirkungsvolle Maßnahmen
dagegen zu erdenken und einzuleiten. Mit den verzweifelten und
im Grunde blinden Versuchen, sogenannte Rettungspakete zu schnüren
und sogenannte konjunkturfördernde Programme aufzulegen,
verstärkt die Politik erst recht die Faktoren, welche die
Weltgesellschaft in diese Krise hineinmanövriert haben.
Was Zukunftslobby als die wahren Gründe für die Weltwirtschaftskrise
erachtet, geht aus den Texten zur Kategorischen
Marktwirtschaft und aus den in Details erläuternden Artikeln
des letztjährigen Blogs hervor-(Inhaltsverzeichnis,
alphabetisch und nach Themen geordnet).
Unten finden sich nur noch gelegentlich Blogbeiträge. Priorität
sollten wir jetzt im Vorfeld des wahrscheinlichen Staatsbankrotts
und einer denkbaren Hyperinflation auf die Sicherung der persönlichen
Lebensbedingungen legen. Wer noch Geld auf der hohen Kante
hat, sollte es insbesondere in die energetische Sanierung der
Wohnstätte, in das Umsetzen von Bildungsperspektiven oder
allgemein gesagt in die Unabhängigmachung von äußeren,
fremdbestimmten Faktoren investieren. Dies kann in keinem
Fall falsch sein, wahrscheinlich eher elementar für die vielen
mageren Jahre, die uns bevor stehen.
Panikmache? - Nein, dies ist lediglich realistisch in die
Zukunft gedacht.
Die gegenwärtige Krise 2008/09 ist, grob gesagt,
die Folge von jahrelanger Verharmlosung enormer Anlagerisiken,
die schließlich dann doch und entgegen der unvorstellbaren
Naivität der Finanzakteure aus Banken und Politik mit voller
Wucht zurückgewirkt haben, letztlich jedoch nur die Folge
der Externalisierung eines kleinen Bereichs des unübersichtlichen
globalen Finanzgebahrens.
Nach der Betrachtungsweise der Kategorischen Marktwirtschaft
wird der wirkliche GAU im Bereich der Externalisierung finanzieller
Schadkosten für die Weltgesellschaft aber aus den Folgen
der Verschuldung aller öffentlichen Haushalte der Länder
entstehen. Dieser größte anzunehmende Fall kommt jedoch
wohl nicht plötzlich, sondern eher als eine sich über
viele Jahre dahinziehende Beschneidung aller gesellschaftlichen
Bereiche. Obwohl sehr viel dramatischer in den Auswirkungen als
die jetzige Krise, wird dies wegen des Gewöhnungseffekts
als weniger drastisch von den Betroffenen empfunden werden.
Was die Folgen der Externalisierung finanzieller Schadkosten betrifft,
so muss betont werden, dass diese als einzige, neben der Abwälzung
anderer Schadkosten, mittels einer großen, illegitimen Maßnahme
für die nachfolgenden Generationen aus der Welt geschafft
werden könnten, nämlich mittels der Erzeugung einer
weltweiten Hyperinflation. Die schlimmen Folgen dieser Gruppe
von Externalisierungsfolgen ließen sich so alle auf einmal
in den Zuständigkeitsbereich der gerade handelnden Generation
bündeln. Die Wirkungen in die Zukunft würden entscheidend
verringert.
Was allerdings
die Folgen der Externalisierung ökologischer, sozialer
und politischer Schadkosten anbetrifft, so müssen diese,
da ja bereits verursacht, angenommen und von der Weltgesellschaft
durchlebt werden.
Auch diese werden sich weniger als plötzliche Ereignisse
bemerkbar machen, sondern viel mehr als eine langsame Verschlechterung,
eine in winzigen aber stetigen Schritten geschehende Reduzierung
von Möglichkeiten, geschehen.
Das Fatale dabei: Die Menschheit wird gar keine Vorstellungen
von einer nicht durch diese Faktoren belasteten Zukunft
bekommen, da sie eine solche nie erfahren durfte. Sie wird sich
mit einer Realität aus Aneinanderreihung verschiedenster
elementarer Probleme bis zur weitgehenden Lähmung großer
Teile des Alltags abmühen müssen.
Januar
2009
19.01.09:
Landtagswahl
in Hessen. Ergebnisse
hier
06.01.2009
Pünktlich
zum Jahresbeginn hat mich eine schwerer Infekt gepackt und mich
zu etlichen Tagen sturer Bettruhe gezwungen.
Was geht einem im Kopf herum, wenn man da so unter der nassgeschwitzten
Decke mit Fieber, Gliederschmerzen, Kopfweh und bedenklicher Übelkeit
im Magen ausharren muss.
Das politische Tagesgeschehen war mir noch nie so egal wie in
diesen Tagen innigen Kontakts mit meiner Wärmflasche.
Ich habe über
viele Stunden lang nachgedacht über meine Aufgabe, doch etwas
gegen den Verfall der natürlichen Lebensgrundlagen und anderer
Grundlagen für eine friedliche Menschengesellschaft zu tun.
Mit der bloßen Kommentierung der alltäglichen politischen
Absurditäten der herrschenden hochbezahlten Ignoranz lässt
sich nichts ändern, das wusste ich auch schon vorher.
Das Schreiben für diesen Blog hat mir aber selbst mehr Klarheit
über meine Thesen verschafft und einige Leute im Netz sicherlich
mit einer neuen Sicht der Dinge versorgt. Für ihr Interesse
danke ich ihnen hiermit ausdrücklich.
Dieses eine Jahr tägliches Schreiben hatte ich mir zum Ziel
gesetzt, habe dafür mindestens 600 Stunden investiert, aber:
Das Ergebnis ist mager. Zwar konnte ich einige Leute kennenlernen,
die zu mir Kontakt aufnahmen. Wo ich jedoch selbst hingeschrieben
habe, wurde ich meist ignoriert.
Also: Ich habe die Entscheidung getroffen, den
täglich bestückten Blog nach gut einem Jahr zu beenden.
Jetzt will ich eine längere Bedenkzeit einlegen und nach
anderen Möglichkeiten suchen, wie Zukunftslobby sich bemerkbar
machen könnte, so bemerkbar, dass sich auch etwas Greifbares
und mehr Zufriedenstellendes aus dem Engagement ergibt, denn ohne
genügend neue Kraft durch Zuspruch von Außen, geht
mir, allein brutzelnd im eigenen Saft, die Energie aus.
Die Zeit, die ich nun mehr zur Verfügung haben werde, kann
ich an anderen Stellen zunächst gut gebrauchen.
An Weihnachten
bekam ich die neueste CD von Gerhard Polt geschenkt.
Aus dieser will ich den abschließend letzten Beitrag
entnehmen.
Es ist ein Text, einer von neunen auf der CD, der in gewohnter
Poltscher Schärfe die wenig aussichtsreiche Lage der Nichteinverstandenen
dieser Welt verdeutlicht.
Diese stehen unweigerlich einer schweigenden und bleiernen Mehrheit
gegenüber, und leider bestimmt die schweigende Mehrheit auf
operettenhaft absurde Weise, dass in der Welt die Dummheit regiert,
mit allen daraus folgenden tragischen Resultaten.
Hier also der
leicht gekürzte Text von Gerhard Polt.
In Zusammenhang mit den anderen Texten auf der CD wäre er
noch besser zu verstehen, denn diese hängen irgendwie alle
zusammen. Meine Empfehlung deshalb ist, sich die CD mit dem Titel
"Apokalypsen" zu kaufen, doch Vorsicht, sie ist, wie
meist bei Polt, schwer verdauliche, eventuell entmutigende Kost.
Den Text zu tippen war für das Microsoft-Wordprogramm eine,
wie sagt man heute, Herausforderung. Es wimmelte nur so von roten
Zickzacklinien unter den Worten, aber das gönne ich den oberschlauen
Softwareentwicklern.
Zu lesen ist es, - denke ich, gut, ja wenn, - der Polt eben, mit
seinen, - nunja, Sprüngen, also gedanklich, nichtwahr, wenn
man es, genau, es kennt, die Art Poltscher, also, Formulierung,
nem? (übersetzt: nicht wahr? )undsoweiter, also denn:
"Ja,
wissen Sie, - was soll ich sagen, mich würd des schon interessieren,
mich interessiert des auch, ich hab mir schon lange die Frage
gestellt, also, is vielleicht a bisserl, ich weiß es nicht,
aber, warum auch nicht? - Nem? -
Also Entschuldigung, was, äh, des hat mich schon, - was eigentlich
geht da um, ne, oder vor sich, in so, in so, wie soll man sagen,
so Minoritäten? Nem? Was will eigentlich eine Minderheit?
Des hot mich immer schon interessiert, was wollen die eigentlich?
Sind sie sich immer noch nicht wenig genug? Oder, oder, ja, glaubns
nicht, oder wollens noch weniger werden?
Ich mein, Entschuldigung, die Minderheiten wählen sich doch
meistens selber. Nem? Des ist doch so?
Jo wenn a Minderheit a bisserl a Hirn hat, sag ich, dann müssen
sie doch wissen, dass sie die Ursache für die Mehrheit sind.
Aber anscheinend, dazu langts geistig nicht. Ja sie san halt an
der Peripherie, a Randerscheinung, nem? Aber des wollen sie nicht.
I hobs halt anders gelernt, vielleicht sie auch, ich hab des nur
soviel in Erinnerung, sagenmermol die Demokratie gehört haltermol
der Mehrheit, nem? Und die andern werdn halt geduldet, - schon,
nem? Aber mehr is net drin.
Ja natürlich tun sie sich schwer, also des is mir klar, achja,
meingott, da könnte man lang, nem? Eigentlich brauch ma do
en Schnaps, um so was zu verkraften, - ich mahn als Minderheit,
nem?
Naja, wissen sie, ich sag immer wieder, ich meine so Minderheiten,
ich meine, ich sag des jetzt vorsichtiger, - ja mei -, aber es
is auch wahr, wir müssen schon, solang man noch Mehrheiten
hat, gel -, muss man höllisch aufpassen, dass diese Minderheiten
nicht überhand nehmen, geh?
Weil eines, - na jetzt sag ich ihnen etwas -, wenn diese Minderheiten,
ja, amol die Mehrheit haben, - ja -, dann gnade uns Gott. Wenn
emol, na, wir müssen doch obacht geben, dass wir von Minderheiten
nicht überschwemmt werden, gel, weil -, dann hörts auf,
gel. Dann -, Nein -, Punkt!
Dann sehn sie. Ich sag ihnen eines und des erlaub ich mir schon
zu sagen, gel, ich mein bei uns wird doch, - Entschuldigung -,
ja, kein Mensch gezwungen, eine Minderheit zu sein, jeder hat
das Recht, sich einer Mehrheit anzuschließen, ja, und sich
anständig zu benehmen, gel?! Dann braucht er sich auch von
keiner Minderheit majorisieren lassen, ja so schauts nämlich
aus.
Und ich meine, die Frage darf doch oach einmal gestellt werden:
Was haben diese Minderheiten denn bis jetzt bezweckt? Was hamsen
erreicht? - Jo eben. Na jetzt emol ehrlich: Was hat soene Minderheit
erreicht?
Des würd mich schon noch emol interessiern. - Können
sie mir irgendeinen Großflughafen nennen oder a Autobahn,
diewo die verhindert ham? - Na also dann! Ich kenne keine Klimakatastrophe,
die die verhindern. Aber was wollnsn dann, nem?
Aber sie sind gegen alles, sie san gegen alles, des muss ma sagn,
sie sind gegen Alllles. Wenn emol an Großprojekt geplant
wird, sans schon, do sans schon dagegen, gegen die Planung. Wenns
durchgeführt wird sinds sowieso dagegen, nem? Und wenn des
Großprojekt fertig ist, sinds wieder dagegen.
Dass es aber der Mehrheit scheißegal ist, was geplant wird,
des interessiert die überhaupt net!
Ich frog mich manchmol allen Ernstes, ich frog mich wirklich:
Woher haben diese Schlaumeier eigentlich ihre Weisheiten, na woher
denn, ja woher denn? Ja ich weiß es schon woher: aus em
Fernsehen.
Ja Entschuldigung, da brauchns doch mir den Blödsinn nicht
erzählen, ich schau ja selber fern. - Na Entschuldigung -,
wenn ich heute Zeitung lese, die sich Millionen Leute abonnieren
oder lesen, nem? Dann bin ich auch irgendwie informiert, gel,
und wenn ich mir im Fernsehn heut a Programm anschau, was sich
auch Millionen anschauen, hab ich auch eine gute Sendezeit.
Entschuldigung. Ich kann doch net wie eine Minderheit, ja, bis
in der Früh um zwei Uhr diesen Blödsinn anschauen. Im
Gegensatz zur Minderheit gehör ich zu einer Mehrheit, die
in der Früh aufstehen muss. Ich kann nicht wie diesen faulen
Schweine bis Mittag im Bett herumliegen, des hat mit Demokratie
nichts mehr zu tun, gel, do hörts auf, und ich sog ihnen
noch was, - ich woas ja net -, des is auch eine Charakterfrage,
gel, wenn ich e Minderheit bin, dann ist auch charakterlich irgendwas
nicht.
Also, ich will, - na, was hat, Entschuldigung, was hat ihnen denn
der Rudi angetan, was hat ihnen der Rudi angetan, was denn? Gar
nichts! Die Tatsache allein, dass er oanen Maybach fährt,
des ist doch keine Provokation, des is e schönes Auto, gel,
do würde sich sogar e Minderheit die Finger abschlecken,
gel. Des Auto -, freilich kost das a Geld, ja logisch, ich kann
mir so was auch nicht leisten, nem?
Aber do is alles drin, Cinamora-Holzausrüstung, RCDresetentertainment,
Bitourbo, do is alles drin, Massagesitze, nem?
Was hat ihnen denn der Rudi getan, nem?
Der Rudi, - und des kaonn ich ihnen sagn, nur es is dem Rudi wurscht,
der verdient so viel Geld, dem geht die Demokratie am Arsch vorbei,
- des sog ich ihne ganz ehrlich.
Nein glauben sie mir eines, glaubns mir wirklich eines: Es sind
immer nur Minderheiten, die immer nurs Maul aufreißen und
immer nur: Quak, Quak, Quak, Quak, Quak. Die Mehrheit sagt nix.
Aber die Minderheiten, des sind immer so Singles, Indifiduen,
Querulanten, nem? So Einzelgänger, nem?
Die, ja immer, immer Quak, Quak, Quak, Aber die Mehrheit des is,
- ehhh, - moment emol, - jetzt, moment, bitte sinds emol e Momemt
still. Sind sie bitte anen Moment still. - Hörn sie was?
Hörts? Ah, - jetzt hört mans, hörts as? (es wir
ganz still im Publikum) Das ist die schweigende Mehrheit."
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