Die Menschen:
Wir sind
nicht einverstanden mit der gegenwärtigen globalen Realität.
Wir glauben, wenn sich nichts grundlegend, umfassend und einschneidend
ändert, versinkt die Weltgesellschaft in eine Katastrophe neuartigen
Ausmaßes und ungewisser Dauer.
Nachdem wir schon vieles versucht haben in den letzten Jahren,
in Umweltschutzorganisationen engagiert und in Bevölkerungsinitiativen
aktiv waren, auf Demonstrationen die gemeinsame Wut und danach die
Ohnmacht verspüren mussten, nachdem wir in Parteien und Kommunalparlamenten
ernüchtert wurden, uns in der Gründung neuer Parteien
Hoffnung suchten aber Aussichtslosigkeit fanden, nachdem wir uns
innerhalb unseres Berufs Möglichkeiten erhofften, als Journalistinnen
und Wissenschaftler, Arbeiter und Handwerkerinnen, Sozialberufler
und Unternehmende und doch nur die Grenzen der Mühlen spürten,
nachdem wir uns als Mütter und Väter äußerten,
als Wohlhabende und Arme, als Betroffene und Geschädigte oder
als Arbeitslose und ins Abseits Gedrängte und sahen, dass die
Einzelnen übersehen und missachtet werden, nachdem wir auf
gesunden Menschenverstand zählten, wie auf Mitgefühl und
Vernunft, aber zu oft der Selbstgefälligkeit und dem Opportunismus
der Obrigkeit begegneten, nachdem wir nach Antworten gruben und
felsige Ignoranz freilegten, nach Gerechtigkeit uns sehnten und
das Eintreten dafür nur Erstaunen verursachte,
mussten wir feststellen, dass die herrschende Struktur letztendlich
doch alle Bemühungen aufsaugt, verwässert, ins Leere lenkt
oder stumpf macht.
Wir glauben, die Welt ließe sich wesentlich besser
und menschlicher gestalten,
mit mehr wirklicher Demokratie und weniger parlamentarischer und
parteiischer Bevormundung,
mit mehr Achtung vor der Schöpfung und weniger begründeter
Angst um den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen,
mit rein qualitativem Wachstum, persönlicher Freiheit und Muße
und mit weniger Dingen, Quantitäten, Zwängen und Moden,
mit bedingungsloser Gerechtigkeit und ohne Herrschaft linker, rechter,
fundamentalistischer und kapitalistischer Ideologie und
mit weiser Voraussicht, orientiert an den eigentlichen, unverzichtbaren
Grundlagen menschlicher Existenz als Richtschnur für Gegenwart
und Zukunft.
Initiativen
für eine bessere Welt:
In Deutschland
gibt es etliche Gruppen und Organisationen, die das öffentliche
Augenmerk auf soziale, ökologische oder menschenrechtliche
Probleme lenken. Sie, auch Nichtregierungsorganisationen oder NGOs
genannt, führen verschiedenste Aktionen durch, um zu helfen,
zu retten oder auf die Notwendigkeit einer Umsteuerung hinzuweisen.
Sie sammeln Unterschriften gegen große Bauprojekte, für
besseren Naturschutz, gegen die Verklappung von Müll. Sie propagieren
einen besseren Arten- und Biotopschutz, eine ökologisch verträglichere
Verkehrspolitik, einen Verbraucherschutz, der auch dieses Wort verdient,
eine gerechte weltweite Finanzpolitik, effektiven Minderheitenschutz
und Schutz ärmerer Länder vor politischer und wirtschaftlicher
Ausbeutung, eine menschengerechte Ernährung, die Bevorzugung
regenerativer Energiequellen, neue Strategien gegen den Klimawandel
und vieles Andere mehr.
Sie appellieren an Politiker und sonstige Entscheidungsträger,
warnen vor Einschränkungen unserer demokratischen Freiheit,
vor Korruption und Sozialabbau, blockieren Verkehrswege, besetzen
Schornsteine, pflanzen Bäume, schützen Bäche, kümmern
sich um Obdachlose, um gemobbte ältere Bürger und andere
sozial benachteiligte, um vernachlässigte Kinder und bedrohte
Gemeinschaftseinrichtungen, usw., usw. -
Lassen sich diese Einzelgeflechte vielleicht zu einem Netz zusammenfügen?
Die Idee:
In einem Artikel im "Spiegel" 30/2007 "Die Weltsanierer"
äußerten sich mehrere International einflussreiche Persönlichkeiten
zur Frage, was nötig wäre, um die Welt in eine bessere
Zukunft zu führen.
Robert Watson, Direktor der Umweltabteilung der World Bank meint
etwa, auch wenn nützlich sei, was Bäume schütze und
Häuser umrüste, sei das große Ganze, unser Planet,
damit dann doch nicht zu retten. Alles hinge mit allem zusammen.
Jedes der vielen Probleme lasse sich mit Stiftungen und Bewegungen
natürlich einzeln angehen, aber wirklich beseitigen lasse sich
keines davon für sich allein. Das eigentliche Problem unserer
Zeit sei, dass es den großen Rahmen für das Ganze nicht
gebe. Ob Konzerte gegen den Klimawandel, Stiftungen von Milliardären,
Initiativen und sonstige begrenzte Ideen, alles sei letztendlich
doch Spielerei, Gehabe, eine Mode oder eine Laune. Ohne ein "globales,
langfristiges, stabiles Regelwerk" mit klaren Zielen werde
niemals die Massenbewegung entstehen, die entstehen müsste.
Muhammad Yunus aus Bangladesch, Friedensnobelpreisträger und
Ökonom, "Bankier der Armen" und Erfinder der Mikrokredite
vermisst gegenüber dem herrschenden Theorem des Kapitalismus
eine neue Ethik, eine Weltmoral. Der Kapitalismus sei falsch,
weil er den Unternehmer ausschließlich als "money maker"
definiert, statt ihn als Menschen zu begreifen, als soziales Wesen,
angefüllt mit Idealen, mit Träumen, mit Spiritualität.
Er habe viele Unternehmer kennen gelernt, die nach Wegen suchen,
Gutes zu tun, nicht als Wohltäter, sondern sie wollen grundsätzlich
neue Wege gehen, um das Richtige zu machen."Sie haben nur
leider keine Ideen," sagt Yunus.
Joseph
Stiglitz, Wirtschaftsnobelpreisträger, scharfer Kritiker der
amerikanischen Regierung und Professor an der Columbia Universität
New York fordert Gerechtigkeit im internationalen Handel, einen
internationalen Gerichtshof und Zölle gegen Waren aus den USA.
Diese seien unter Ausstoß besonders vieler Treibhausgase hergestellt.
Alle Emissionsverursacher müssten die Kosten für
die von ihnen angerichteten Umweltschäden tragen. Stiglitz,
der weiß wie die Weltwirtschaft funktioniert sagt, jeder denke
an seinen Vorteil und "es ist deshalb sehr viel sinnvoller,
Unerwünschtes wie Umweltverschmutzung zu besteuern als Erwünschtes
wie Ersparnisse oder Arbeit."
Pascal Lamy, Generaldirektor der Welthandelsorganisation WTO, sagt,
die Zivilgesellschaft habe zwar bei vielen Themen eingegriffen,
Entwicklung, Tierwelt, Umwelt, aber all die NGOs arbeiten thematisch
fixiert, es gebe noch keine weltweite NGO, die alle Themen im
Zusammenhang im Blick hätte. Damit wiederhole auch das
System der Nichtregierungsorganisationen nur, was ihm die Regierungen
vormachen: Jeder steht und spricht und handelt für sich.
Der
Verein Zukunftslobby:
Hier will die Initiative Zukunftslobby ansetzten.
Das Konzept der Kategorischen Marktwirtschaft wurde speziell
angesichts der oben beispielhaft von den vier Herren angedachten
Problematik entwickelt. Die Kategorische Marktwirtschaft betrachtet
alles im Zusammenhang und zeigt den großen Rahmen für
das Ganze auf. Sie schlägt die Begehung eines völlig neuen
Weges vor, die Umsetzung einer neuen Ethik, einer Weltmoral, begonnen
im Bereich der nationalen und globalen Ökonomie.
Größter Schwerpunkt ist die Verankerung des konsequenten
Verursacherprinzips als oberste Richtschnur im Wirtschaftssystem
und ein realistischer Fahrplan zur Umsetzung aus der jetzigen Situation
heraus.
Im Grunde ergeben sich alle großen Fehlentwicklungen
auf unserem Planeten aus der weltweit herrschenden rücksichtslosen
Ökonomie. Das Anliegen von Zukunftslobby berührt somit
nahezu alle Themen der weltweiten NGOs, zwar bei weitem nicht so
speziell wie dort, dafür aber im umfassenden Zusammenhang.
Allen diesen Organisationen ist eine Verbindung der unterschiedlichsten
Probleme zu einer subtilen, übergeordneten Ursache bewusst.
Zukunftslobby greift diese Gemeinsamkeit auf, beleuchtet diese Ursache
und macht sie greifbar und entwickelt daraus eine zweite konkrete
Handlungsebene.
Unter Zukunftslobby können sich Menschen, Frauen und Männer
unterschiedlichster Herkunft versammeln.
Ob aus einem religiösen, philosophischen, humanistischen, umweltpolitischen
oder sozialethischen Beweggrund, allen gemeinsam ist die Sorge um
die Zukunft und die Sehnsucht nach Gerechtigkeit, nach Freiheit
und Selbstbestimmung, nach Überwindung der düsteren Ahnung
bei der Frage."Was wird werden?"
Mit Zukunftslobby schaffen sie sich ein gemeinsames Dach, unter
welchem sie ihre bisherige Arbeit, ihr jeweiliges Engagement fortführen
können, gleichzeitig aber ein übergeordnetes Ziel formulieren
und vereinigt anstreben.
Zukunftslobby
will eine ganz andere Art von Lobby sein, zwar ebenfalls unnachgiebig
und unbeirrt in der Verfolgung seiner Ziele, dabei aber einzig auf
die wahren und fundamentalen Interessen aller Menschen ausgerichtet.
Zukunftslobby muss grundsätzlich und radikal sein in seinen
Analysen, offensiv und umfassend in seiner Argumentation und provokativ
und schonungslos in seinen Kommentaren.
Zukunftslobby soll entlarven, bloßstellen und zurechtrücken,
sei es die egoistische Arroganz der Nutznießer gewohnter ökonomischer
Ideologie oder seien es die demokratie-, rechts- und freiheitsschädlichen
und damit grundrechtsfeindlichen Ergebnisse deren Handelns.
Zukunftslobby will zusammenfügen, was geteilt wurde oder bisher
nicht als vernetzt gesehen wurde, seien es Themenfelder der Politik
oder der Gesamtgesellschaft oder deren Beziehungen zu unseren alltäglichen
Lebens- und Arbeitsfeldern.
Zukunftslobby will eine nachhaltige, allen Menschen dienliche Ökonomie
und Gesellschaftsidee entwickeln und für ihre Umsetzung kämpfen.
Zukunftslobby
sucht auf dieser Basis nach Gleichgesinnten, Unterstützungswilligen
und sonstigen Verbündeten, seien es Einzelpersonen oder gesellschaftliche
Gruppen, in Umwelt-, Demokratie- und Sozialorganisationen, in Wissenschaft,
Kirchen und Kommunen, aber auch in der Wirtschaft, in politischen
Parteien und sonstigen Institutionen der herrschenden Ökonomie.